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Wie ETH-Forscher die Energieprobleme lösen wollen

An der Energiewende will auch die Forschung wesentlich mitwirken. Dafür hat der Bundesrat 200 Millionen Franken Fördergelder gesprochen. Vertreter der ETH haben heute ihre Forschungsschwerpunkte vorgestellt.

Was wird dereinst die Alternative zu dieser Energieform sein? Das Atomkraftwerk Mühleberg im Kanton Bern. (Archivbild)
Was wird dereinst die Alternative zu dieser Energieform sein? Das Atomkraftwerk Mühleberg im Kanton Bern. (Archivbild)
Keystone

Der Ausstieg aus der Kernenergie und die Ziele des Klimaschutzes machen einen grundlegenden Umbau des Schweizer Energiesystems dringend nötig. Dies erklärte der ETH-Rat heute in Bern. Die Energieforschung der Institute des ETH-Bereichs könnte dabei helfen.

ETH-Rat und ETH-Bereich wollen sich für die vom Bundesrat angekündigte Förderung der Energieforschung einsetzen. Die Regierung erklärte im Juni, mit Blick auf die Energiewende die Energieforschung für die Jahre 2013 bis 2016 mit 200 Millionen Franken fördern und das Geld beim Parlament beantragen zu wollen.

Engagement der Gesellschaft nötig

Nicht erst seit dem politischen Entscheid für den Atomausstieg widme sich der ETH-Bereich mit vielfältigen Ansätzen der Energieforschung, sagte ETH-Rats-Präsident Fritz Schiesser heute vor Medienvertretern in Bern. Der ETH-Bereich ist in der Grundlagen- und der projektorientierten Energieforschung tätig.

«Wir müssen aber ausbauen, und es braucht mehr Forschende», stellte Schiesser klar. Für die Energiewende sei konsequentes Engagement nötig, nicht nur seitens der Forschung und der Politik, sondern auch seitens der Wirtschaft und der Gesellschaft. Der ETH-Rat begrüsse die vom Bundesrat angekündigten zusätzlichen Mittel.

Die Forschung müsse zeigen, was sie tue, sagte Schiesser. Der politische Entscheid sei gefallen, und die Forschenden des ETH-Bereichs hätten ihren Auftrag vom Bund zu erfüllen. Garantien, dass bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ein bestimmtes Resultat vorliege, könnten Forscherinnen und Forscher aber nicht abgeben.

Zahlreiche Forscher an der Arbeit

Zu den Forschungsthemen des ETH-Bereichs in Sachen Atomausstieg und Klimawandel gehören etwa die Speicherung von nachhaltig erzeugter Energie oder sogenannte «Smart Grids», intelligente Stromnetzwerke. Diese können den unterschiedlichen Anfall von erneuerbaren Energien dem Bedarf der Verbraucher entsprechend besser steuern.

Alexander Wokaun, Leiter Allgemeine Energie und Direktionsmitglied des Paul Scherrer Instituts (PSI), nannte als Beispiel die Gewinnung von Methan aus Holz und Landwirtschaftsabfällen. Ein Gasmotor oder eine Brennstoffzelle erzeugen aus dem Gas Strom. Eine Wärme-Kraft-Koppelungsanlage dieser Art wird die AEW Energie AG am PSI bauen, zusammen mit Partnern aus der Industrie.

Ebenfalls ins Ressort Speicherung fällt ein geschlossener CO2-Zyklus für den motorisierten Verkehr: CO2-haltige Luft aus Auspuffen könnte mit Hilfe neuartigen Solarzellen zu Synthesegas aus Kohle- und Wasserstoff umgewandelt werden. Das Gas würde dann als flüssiger Treibstoff wieder verwendet.

Ausstieg ist Forschungsgegenstand

Marco Mazzotti, Leiter des Energy Science Centers der ETH Zürich, erläuterte die Forschung für «Smart Grids» – intelligente Strom- Übertragungs- und Verteilnetze. Zusammengeführt werden Stromerzeuger, Speicher, Verbraucher und Netzbetriebsmittel. Mehrere Mikronetze, die ein gesamtes Netz bilden, sind im «Smart Campus» an der ETH Hönggerberg im Test.

Aus erneuerbaren Quellen erzeugte Energie sei im Gegensatz zum Strom vom Atomkraftwerk nicht konstant verfügbar und auch steuerbar, begründete Mazzotti die Wichtigkeit dieser Netze. Mit Bautechnologien, -materialien und -systemen sowie nachhaltig erzeugten Treibstoffen befassen sich die Empa und die Eawag in Dübendorf ZH.

Hans Björn Püttgen, Leiter des Energy Center der ETH Lausanne, veranschaulicht den Umbau des Energiesystems am Beispiel der Windkraft. Zurzeit würden in der Schweiz acht Windanlagen gebaut, sagte er. «Um die Leistung des Atomkraftwerks Mühleberg zu ersetzen, bräuchte es 850 solcher Anlagen.»

SDA/rbi

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