Zum Hauptinhalt springen

Wie die SVP Aargau zu den Indianern kommt

Die SVP Aargau wirbt mit einem Vergleich zwischen der Schweizer Bevölkerung und den Indianern für die Zuwanderungsinitiative. Dieser wird in rechtsextremen Kreisen häufig verwendet.

«Die Indianer konnten die Einwanderung auch nicht stoppen – heute leben sie in Reservaten»: Mit diesem Spruch hat die SVP des Kantons Aargau gestern und am letzten Samstag in der «Aargauer Zeitung» für die Zuwanderungsinitiative geworben, über die das Stimmvolk am Sonntag abstimmt. Pikant: Der zweifelhafte historische Vergleich wird im In- und Ausland immer wieder bemüht – von rechtspopulistischen bis -extremen politischen Kreisen.

So setzte etwa die Lega dei Ticinesi bei den Tessiner Gemeindewahlen 2008 auf die Angst vor einer drohenden Überfremdung. Diese überführte sie in eine entsprechende Bildsprache: Auf dem Wahlplakat war ein Indianer zu sehen, der im Reservat leben muss, weil er die Migration nicht rechtzeitig aufgehalten hatte. Das Sujet schaffte es im selben Jahr ins benachbarte Ausland: Umberto Bossi, der damalige Chef der italienischen Lega Nord, hatte den Indianer auf einer Strasse in Lugano gesehen – und war angetan. Die eigenwillige Geschichtsdeutung verhalf schliesslich beiden Schwesterparteien zum Wahlerfolg.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.