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Wie die SP die Wohnungsnot bekämpfen will

Siedlungsverdichtung, Planwertabschöpfungen, Förderung von gemeinnützigem Wohnraum und Harmonisierung von Bauvorschriften: Mit diesen Instrumenten will die SP die Wohnungsnot bekämpfen.

Wohnraum verzweifelt gesucht: Wohnungsbesichtigung in Zürich. (November 2010)
Wohnraum verzweifelt gesucht: Wohnungsbesichtigung in Zürich. (November 2010)
Keystone

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt könnte sich gemäss den Sozialdemokraten bis 2030 entspannen. Wie aus einer an der Fachstelle für Wirtschaftspolitik der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) erarbeiteten Studie hervorgeht, hat der Markt in den Problemregionen Zürich, Zug, Genferseebogen, Basel und Bern in den letzten Jahren auf die Wohnungsknappheit reagiert.

Bemerkenswert viele durch private Investoren finanzierte Grossprojekte seien zurzeit im Gang. Halte diese Bautätigkeit bis 2030 an, könnte die Zahl leer stehender Wohnungen zunehmen – trotz des Zuwachses der Bevölkerung auf 8,7 Millionen Einwohner.

Beanspruchte Wohnfläche darf nicht zunehmen

Zurzeit beträgt der Leerwohnungsbestand schweizweit 1 Prozent. 2030 könnte er wieder bei 3 Prozent liegen. In den Problemregionen würde er aber auch dann weit tiefer liegen. Damit es zur Entspannung kommt, darf die Wohnfläche, die eine Person in der Schweiz im Schnitt belegt, laut Studie nicht weiter zunehmen. Zurzeit beträgt sie 50 Quadratmeter.

Die Zunahme der beanspruchten Wohnfläche ist der wichtigste Faktor für die in den Grossregionen herrschende Wohnungsnot. Nehme die Wohnfläche wie in den letzten 20 Jahren um 10 Prozent pro Dekade zu, werde dies die Nachfrage nach Wohnraum ebenso stark erhöhen wie die Einwanderung und die Zunahme der Haushalte zusammen, heisst es in der Studie.

Da heute vor allem Wohnungen im mittleren und oberen Preissegment gebaut werden, fordert die SP Massnahmen für den Bau von preisgünstigem Wohnraum für Familien, Alleinerziehende, Senioren, Behinderte und Studierende. Die öffentliche Hand müsse entweder durch eigene Bautätigkeit oder durch die Unterstützung des gemeinnützigen Wohnungsbaus eingreifen.

Bautätigkeit fördern

Ganz allgemein müsse die Bautätigkeit mit raumplanerischen und finanziellen Instrumenten gesteuert werden. In Agglomerationen sei eine Verdichtung anzustreben. Dabei dürften Hochhauszonen kein Tabu sein.

Auch müsste etwa bei Einzonungen die Wertsteigerung abgeschöpft werden. Die Planmehrwerte sollten nicht nur monetär, sondern auch in Form von Bau- oder Nutzungsrechten abgegolten werden. So könnten beim Bau eines 40-stöckigen Hochhauses beispielsweise 10 Etagen für den sozialen Wohnungsbau reserviert werden.

Zudem seien die Baukosten durch eine schweizweite Harmonisierung der Bauvorschriften um mehrere Milliarden Franken zu senken, forderte Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer (BL).

Ungenügender Leistungsausweis für rot-grüne Städte

Bei der Umsetzung der Massnahmen sieht die SP vor allem die Städte in der Pflicht. Diese könnten aber nur erfolgreich wirken, wenn sie von den Kantonen und vom Bund aktiv unterstützt würden.

Dass die Städte – obwohl seit Jahren von rot-grünen Regierungen geführt – die Wohnungsnot bislang nicht effektiver bekämpften, kommentierten die bei der Studienpräsentation anwesenden SP-Politiker nicht.

Kritisiert wurden die Städte vom Studienautor Armin Jans. Die Städte hätten zwar Bauprogramme verfolgt, die Ziele teilweise aber deutlich verfehlt. Es sei erschreckend, wie wenig etwa in Bern und Basel gebaut worden sei, sagte der Wirtschaftsprofessor.

SDA/rub

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