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Widmer-Schlumpf will Bundesrätin bleiben

Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf will sich am 14. Dezember der Wiederwahl in den Bundesrat stellen. Doch die Bündnerin hat sich den Entscheid alles andere als einfach gemacht.

Gab grünes Licht für eine Kandidatur: Eveline Widmer-Schlumpf.
Gab grünes Licht für eine Kandidatur: Eveline Widmer-Schlumpf.
Keystone

Eveline Widmer-Schlumpf tritt allen Gerüchten zum Trotz zur Bundesratswahl an. Ihr Parteichef Hans Grunder sagte der Sonntagspresse, die Finanzministerin habe sich «nach einer eingehenden Analyse zusammen mit der Partei und ihrer Familie entschieden», am 14. Dezember zur Wahl anzutreten.

«Ich habe ihr gesagt, dass die Partei es klar begrüssen würde, wenn sie sich der Wiederwahl stellt und dies auch der Erwartung entspricht ihrer vielen Fans, die sie in der Bevölkerung hat.» Sie habe sich den Entscheid jedoch nicht einfach gemacht, sagte BDP-Parteipräsident Grunder in Interviews. Denn der öffentliche Druck jener, die sie nicht wollten, sei gross.

Kandidatur für einen ganze Legislatur

Die Frage der Wiederwahl habe sie in den letzten vier Jahren ausgeblendet, sagt Grunder. Und sie wollte zuerst wissen, wie das die Partei beurteile. «Es wäre vermessen, ihre Wiederwahl für einen Spaziergang zu halten», sagt Grunder gegenüber dem «Sonntag». Der Parteipräsident machte gegenüber der «SonntagsZeitung» auch klar, dass die BDP-Bundesrätin für die ganze Legislatur antreten will und nicht wie spekuliert wurde, nur noch kurze Zeit in den Bundesrat wolle, um einen zweiten SVP-Sitz zu verhindern.

Zu den medialen Rücktritts-Forderungen an Eveline Widmer-Schlumpf meint Grunder: «Sie hat einen Rücktritt im Interesse des Landes ganz klar auch in Erwägung gezogen, das gehört zu ihrer Art, Situationen ohne Tabus zu analysieren.» Die neue Zusammensetzung des Parlaments habe bei der Lagebeurteilung natürlich eine Rolle gespielt, gesteht Grunder. «Im Vordergrund stand aber die Frage, was im Interesse des Landes und der Partei richtig ist.» Und da sei die Geschäftsleitung gemeinsam mit Widmer-Schlumpf zum Schluss gekommen, «dass ihre Kandidatur dem Land Stabilität bringt, die jetzt nötig ist».

Zulasten des zweiten SVP-Sitzes

Die SVP habe zwar rein arithmetisch Anspruch auf zwei Sitze. Doch sie habe es verpasst, konsensfähige Kandidaten aufzubauen. Die BDP ihrerseits wolle den Status Quo, «in dem Eveline Widmer- Schlumpf zulasten eines zweiten SVP-Sitzes im Bundesrat bleibt». Grunder zeigte sich zudem zuversichtlich, zusammen mit SP, Grüne, CVP und GLP eine Mehrheit in der Bundesversammlung zu erreichen.

SDA/mrs/wid

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