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Wer könnte auf Schmid folgen? Alles hängt von Blocher ab

Samuel Schmids Sitz wackelt - jetzt muss sich die SVP überlegen, mit wem sie in die Landesregierung zurückkehren will.

Die wahrscheinlichsten Kandidaten: Ueli Maurer und Christoph Blocher.
Die wahrscheinlichsten Kandidaten: Ueli Maurer und Christoph Blocher.
Keystone
SVP-Nachfolgekandidat Adrian Amstutz: Der Berner Oberländer und neue Präsident des Lastwagenverbands Astag wird der Fraktion von der Berner Partei vorgeschlagen.
SVP-Nachfolgekandidat Adrian Amstutz: Der Berner Oberländer und neue Präsident des Lastwagenverbands Astag wird der Fraktion von der Berner Partei vorgeschlagen.
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Nachfolgekandidat Luc Recordon? Auch die Grünen wollen Schmid beerben. Bei der Erneuerungswahl 2007 kandidierte der Waadtländer Ständerat gegen Blocher. Die Kandidatur wurde aber nach dem vierten Wahlgang zurück gezogen, weil sie wenig aussichtsreich war.
Nachfolgekandidat Luc Recordon? Auch die Grünen wollen Schmid beerben. Bei der Erneuerungswahl 2007 kandidierte der Waadtländer Ständerat gegen Blocher. Die Kandidatur wurde aber nach dem vierten Wahlgang zurück gezogen, weil sie wenig aussichtsreich war.
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Wer folgt auf Samuel Schmid? Natürlich gilt es als unfein, zu früh über die Szenarien nach einem Rücktritt zu spekulieren. Auch die SVP, die sonst kaum ein gutes Haar an ihrem abtrünnigen Bundesrat lässt, hält sich hier vornehm zurück: Die Partei-Exponenten betonen, Schmid sei immer noch Bundesrat, weshalb es nicht angebracht sei, über seinen Nachfolger zu rätseln. «Wir haben keine Shortlist mit Bundesratskandidaten», sagt SVP-Pressechef Alain Hauert, und Fraktionschef Caspar Baader meint: «Wir reden über die Zeit nach Schmid, wenn er zurücktritt. Dann finden wir schon die geeignete Person.»

Wieviel Blocher verträgt es?

Klar ist jedenfalls: Die Volkspartei wird Schmids Bundesratssitz beanspruchen. Entscheidend wird, welche Person sie dabei aufstellt, oder konkreter: Schickt sie Christoph Blocher, den Ex-Bundesrat, zu einer zweiten Runde in den Ring? Im Bundeshaus und in den Medien geistert deswegen die These herum, die Mitteparteien würden Schmid nur noch stützen, um die Frage nach Blocher, 67, so weit wie möglich in die Zukunft zu schieben. Blocher selbst kommt zu einer ähnlichen Einsicht: Die Bundesratsparteien hielten an Schmid fest, damit die SVP nicht «mit einem echten Vertreter in die Landesregierung zurückkehrt», sagte er heute Vormittag in Bern.

Tatsächlich geht es weniger um Blochers Person als um die Ausprägung, in der Blochers Politik Platz finden soll in der Landesregierung. Die SVP hat zwei Möglichkeiten: Entweder sie stellt einen Kandidaten auf, der in den Kreisen von CVP und FDP, teilweise auch in der SP Anklang finden kann; dann würden die anderen Parteien die ehemalige Regierungspartei noch so gern wieder einbinden. Oder aber die SVP bringt einen Unerbittlichen im Stile Blochers – und der würde im Parlament scheitern. Womit sich die SVP vor dem Volk besser denn je als Oppositionspartei präsentieren könnte.

Die natürliche Sprengkraft des Christoph Blocher

Der Ball liegt also wieder einmal bei der SVP. Die Partei selbst ist sich des Dilemmas bewusst - und deshalb wohl jetzt ihre vornehme Zurückhaltung. Adrian Amstutz, der Berner SVP-Vizepräsident, argumentiert sachpolitisch: «Christoph Blocher wäre sicher der fähigste Kandidat, zumal für das Militärdepartement», sagt er. Andere indes haben Respekt vor der natürlichen Sprengkraft des Christoph Blocher. So warnte SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner gestern in der Aargauer Zeitung davor, den alt-Bundesrat neu aufzustellen: «Christoph Blocher bleibt der grösste SVP-Politiker des Landes. Aber vergessen wir nicht, er ist 67 Jahre alt. Wenn wir ihn nicht kaputtmachen wollen, dürfen wir ihn nicht mehr aufstellen. Es braucht jetzt einen neuen SVP-Kopf im Bundesrat, und wir haben solche Köpfe.»

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