«Wenige können mit unserer Bundesrätin auf Augenhöhe konkurrieren»

Für BDP-Chef Martin Landolt ist seine Partei die bürgerliche Variante zu den Grünliberalen.

«Wir haben nach den Niederlagen die Lehren gezogen»: Martin Landolt. Foto: Dominique Meienberg

«Wir haben nach den Niederlagen die Lehren gezogen»: Martin Landolt. Foto: Dominique Meienberg

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Wie gross sind die Chancen, dass die BDP im neuen Parlament weiterhin neun Nationalratssitze hält?
Sehr gross. Wir haben sogar ambitioniertere Ziele und wollen Sitze dazugewinnen, zum Beispiel im Kanton Waadt oder im Thurgau.

Es droht aber eher das Gegenteil: Im Kanton Bern hat die BDP vor einem Jahr die Wahlen verloren und muss nun auch bei den eidgenössischen Wahlen um Sitze bangen, ebenso im Kanton Zürich.
Was wir verteidigen wollen, ist nicht gratis zu haben. Im Kanton Bern haben wir nach der kantonalen Niederlage die Lehren gezogen. Wir haben neben den Bisherigen viele gute Kandidatinnen und Kandidaten. Fast in allen Kantonen haben wir zudem Listenverbindungen.

Ein eigenständiges Profil ist schwer auszumachen. Welches ist das Alleinstellungsmerkmal der BDP?
Wir sind die einzige bürgerliche Partei, die die Chancen der Energiewende nutzen will und gesellschaftsliberal ist.

Das trifft auch auf die GLP zu.
Die Frage ist, ob die GLP eine bürgerliche Partei ist. Es gibt deutliche Unterschiede zwischen uns und der GLP in der Sicherheits-, der Finanz- und der Infrastrukturpolitik. Wir sind beispielsweise für die zweite Gotthardröhre.

Die SVP will einen zweiten Bundesratssitz, und in der CVP bröckelt die Unterstützung für Eveline Widmer-Schlumpf. Wird sie 2016 noch BDP-Bundesrätin sein?
Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gross. Ich spüre bei Eveline Widmer-Schlumpf nach wie vor grosse Motivation und Tatendrang. Sie hat sehr gute Chancen, von der gleichen Mehrheit gewählt zu werden, die sie schon zweimal wählte. Da Verschiebungen bei Wahlen in der Schweiz nicht riesig sind, wird sich an der Konstellation kaum viel ändern.

Es reichen ein paar Sitzgewinne der FDP zulasten des Mitte-links-Lagers – und die knappe Mehrheit für die BDP-Bundesrätin ist weg.
Ich gehe nicht davon aus, dass die FDP geschlossen gegen Widmer-Schlumpf stimmt. Zudem muss dann auch ein Gegenkandidat da sein, für den das Parlament allen Ernstes auf die hervorragende Arbeit der Finanzministerin verzichten würde. Mir kommt kaum jemand in den Sinn, der mit ihr auf Augenhöhe konkurrieren könnte.

Auf Ihrer Website lassen Sie einen Wutbürger, Eidgenosse Edi, zu Wort kommen. Der lässt sich über Deutsche, schwule SP-Bundesräte und andere aus. Wählt Edi SVP?
Laut seinen Mails schon. Meine Botschaft ist aber in erster Linie, dass Edi wählen geht. Ich stelle fest, dass die Unzufriedenen an die Urne gehen. Ich bin besorgt, dass rund zwei Drittel der Urne fernbleiben und das Terrain Leuten wie Edi dem Eidgenossen überlassen.

Sie werben mit Frauenpower. Was macht die BDP für die Frauen?
Wir haben im Parlament den Anstoss gegeben, die Anschubfinanzierung für Krippen zu verlängern. Wir wollen Firmen unterstützen, die Frauen den Wiedereinstieg in den Beruf ermöglichen. Wir sehen im Potenzial der Frauen eine Möglichkeit, um weniger von ausländischen Arbeitskräften abhängig zu sein. Im Gegensatz zu anderen bürgerlichen Parteien sind wir auch zu staatlichen Anreizen bereit, um Frauen zu fördern.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.08.2015, 22:52 Uhr

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