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Was den Schweizern tiefe Sorgenfalten macht

Die Sorge Nummer eins bei den Schweizer Konsumenten ist seit 2005 immer die gleiche. Das zeigt die jährliche Umfrage «Pulsmesser».

Sorgenfalten bei Marc Andre Giger: Der damalige Direktor von Santésuisse informiert im Jahr 2004 die Medien über die Kostenentwicklung der Krankenkassenprämien.
Sorgenfalten bei Marc Andre Giger: Der damalige Direktor von Santésuisse informiert im Jahr 2004 die Medien über die Kostenentwicklung der Krankenkassenprämien.
Keystone

Die Konsumentensorge Nummer eins sind die Krankenkassenprämien. Schon seit 2005 steht der Prämienanstieg jeweils zuoberst auf der Sorgenskala. Im Mehrjahresvergleich zeigt sich, dass der Konsumentenunmut genauso kontinuierlich wie die Gesundheitskosten und die Prämien ansteigt, teilt das Konsumentenforum (KF) mit.

Der Prämienanstieg wurde in einer sechsstufigen Skala mit einer knappen Fünf bewertet. Darin manifestiere sich auch der Unmut über die Unfähigkeit der Politik, die Kostenspirale zu stoppen, schlussfolgert das kf. Auf der Skala steht die Sechs für «sehr besorgniserregend».

Auf Rang zwei der Sorgen-Liste landeten jugendlicher Alkoholmissbrauch und Jugendgewalt mit einem Wert von 4,8 - nicht zuletzt wegen des Münchner Prozesses gegen drei prügelnde Berufsschüler aus Zürich.

«Keine Werbung» wird missachtet

Platz drei und vier belegten die Problemkreise aggressive Werbung und dubiose Geschäftspraktiken im Intenet. Kf-Geschäftsführerin Muriel Uebelhart sagte vor den Medien, der «Keine Werbung»-Kleber am Briefkasten werde weiterhin dauernd missachtet. Dass dies ärgere, zeigten auch viele Anrufe an den Beratungstelefonen.

Das breite Mittelfeld in der Befragung nahmen mit Benotungen von 4 Überschuldung, steigende Strom- und Energiepreise, Pornografie im Internet und Medien, Preiserhöhungen bei Post und SBB sowie öffentliche Gebühren ein. Datenschutz bei neuen Medien bot hingegen kaum Anlass zur Sorge.

Die «Pulsmesser» genannte Umfrage führte das Institut Isopublic zwischen dem 24. November und 8. Dezember unter rund 1000 Schweizerinnen und Schweizern durch.

EU-Niveau im Konsumentenschutz

Als Themenschwerpunkte im Jubiläumsjahr 2011 nannte kf- Präsidentin Franziska Troesch-Schnyder, dass die Konsumentenrechte der Schweiz endlich mindestens EU-Niveau erreichen.

In der Gesundheitspolitik will das kf einfache Angaben über den Nährwert auf Lebensmitteln, Gesundheitsförderung ab Kinderbeinen, Hausarztmodelle und Managed Care und weiteres.

Die routinemässige Weitergabe codierter Diagnosedaten auf Arztrechnungen lehnt das Forum ebenso wie eine Einheitskasse ab. Beim Markenschutz der Swissness-Vorlage will das kf die Blockade durchbrechen. Der Service public soll transparente Tarife bieten.

«Sehr stolz» zeigte sich die Präsidentin auf die neue Broschüre «Impfen von A - Z». Diese sei in Zusammenarbeit mit Experten entstanden und biete Schützenhilfe beim Impfentscheid. Das Büchlein kostet 10 Franken und kann beim kf bestellt werden.

Von Frauenorganisationen gegründet

Daneben widmete das kf seine Medienkonferenz dem Rückblick auf 50 Jahre Tätigkeit im Dienste der Konsumenten. Das kf wurde am 1. Dezember 1961 von 24 Frauenorganisationen als Konsumentinnenforum gegründet.

Heute vertritt das kf als Verein und Dachverband von eigenständigen Sektionen rund eine halbe Million Konsumentinnen und Konsumenten. Am 1. Dezember 2011 begeht die Organisation ihr Jubiläum mit einer Feier in Bern.

(SDA)

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