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«Warum wird ein Raser härter bestraft als ein Pädophiler?»

Die Bundespräsidentin auf Schulbesuch: 200 Basler Berufsschüler durften Simonetta Sommaruga mit Fragen löchern.

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga beantwortet Fragen einer Klasse der Berufsfachschule in Basel. (21. August 2015)
Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga beantwortet Fragen einer Klasse der Berufsfachschule in Basel. (21. August 2015)
Georgios Kefalas, Keystone
Sie nahm am Projekt «easyvote» teil, das die politische Partizipation von jungen Erwachsenen fördern will.
Sie nahm am Projekt «easyvote» teil, das die politische Partizipation von jungen Erwachsenen fördern will.
Georgios Kefalas, Keystone
«Für die Bundespräsidentin sind solche Begegnungen mit jungen Menschen sehr wichtig, da sie es sein werden, welche die Zukunft der Schweiz gestalten werden.»
«Für die Bundespräsidentin sind solche Begegnungen mit jungen Menschen sehr wichtig, da sie es sein werden, welche die Zukunft der Schweiz gestalten werden.»
Georgios Kefalas, Keystone
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Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hat sich den Fragen von 200 Basler Berufsschülerinnen und Berufsschülern gestellt. Sie nahm am Projekt «easyvote» teil, das die politische Partizipation von jungen Erwachsenen fördern will.

«Warum wird ein Raser, der 50 km/h zu schnell gefahren ist, härter bestraft als ein Pädophiler, der Kinder belästigt?» «Warum lässt es die Schweizer Regierung gemeinsam mit den europäischen Staaten zu, dass täglich Menschen im Mittelmeer sterben, ohne den Versuch, sie zu retten?»

Politikinteresse der Jugendlichen fördern

Mit solchen Fragen holte sich eine Basler Klasse von angehenden Detailhandelsfachleuten Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga ins Klassenzimmer. Die Klasse gewann den Besuch bei einem Wettbewerb von «easyvote», wie die Projektleiter am Freitag mitteilten. «Easyvote» will unter anderem mittels Polittalks die politische Partizipation von Jugendlichen fördern.

Nach dem Treffen mit der Schulklasse stellte sich Sommaruga einem grösseren Publikum und liess sich von rund 200 Berufsschülerinnen und Berufsschülern an der Berufsfachschule Basel mit Fragen löchern.

Lohnungleichheit und Chancengleichheit

Die Schülerinnen und Schüler waren unter anderem interessiert an Fragen der Lohnungleichheit zwischen Mann und Frau, aber auch der Chancengleichheit für Kinder oder der aktuellen Flüchtlingssituation, wie EJPD-Sprecher Lorenz Frischknecht nach dem Treffen der Nachrichtenagentur sda sagte.

«Für die Bundespräsidentin sind solche Begegnungen mit jungen Menschen sehr wichtig, da sie es sein werden, welche die Zukunft der Schweiz gestalten werden», erklärte Frischknecht. Zur direkten Demokratie gehörten auch direkte Kontakte zur Bevölkerung.

Sommaruga habe die Berufsschüler als engagierte junge Leute erlebt, die konzentriert dabei waren und sich gut auf das Treffen vorbereitet hätten, sagte ihr Sprecher.

Junge für Wahlen mobilisieren

Anschliessend diskutierten die Präsidentinnen und Präsidenten der Schweizer Jungparteien an einer Podiumsdiskussion über Lohnungleichheit. Das Thema hatten die Berufsschüler zuvor in einer Online-Abstimmung ausgewählt.

Die Themenwahl zeige, dass sich die junge Wählerschaft für weit mehr als die gängigen Wahlkampfthemen der grossen Parteien wie Asylwesen und das Verhältnis zu EU interessiere, hiess es im Communiqué.

«Easyvote» setzt neben Polittalks auch auf über 1000 Wahlhelfer. Diese sollen in ihrem sozialen Umfeld Freunde und Bekannte zum Gang an die Wahlurnen motivieren. Dank einer Informationsplattform sollen sich junge Erwachsene zudem einfach über die Wahlen informieren können.

«Easyvote» ist ein Projekt des Dachverbandes Schweizer Jugendparlamente. Ziel ist es, für die Wahlen im Oktober dieses Jahres 20'000 zusätzliche Wählerinnen und Wähler zwischen 18 und 25 Jahren zu mobilisieren. Zudem soll die Wahl- und Stimmbeteiligung dieser Altersgruppe langfristig auf 40 Prozent erhöht werden.

(SDA)

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