Zum Hauptinhalt springen

Das Postengeschacher der Bundesräte

Fendant-, Freiburger- oder Müller-Connection: Regierungsmitglieder, die ihren Parteikollegen Stellen vermitteln, gibt es nicht nur bei der CVP.

Der neue Postchef und die Parteikollegin, die auch Bundesrätin ist: Urs Schwaller und Doris Leuthard. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)
Der neue Postchef und die Parteikollegin, die auch Bundesrätin ist: Urs Schwaller und Doris Leuthard. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Im Trubel um den Rücktritt von Eveline Widmer-Schlumpf ging die Personalie fast unter: Der Bundesrat schlägt CVP-Ständerat Urs Schwaller als Verwaltungsratspräsidenten der Post vor – auf ­Antrag von CVP-Bundesrätin Doris Leuthard. Natalie Rickli (SVP, ZH) sprach im «St. Galler Tagblatt» von einem «CVP-Filz» und Alt-Bundesrat Pascal Couchepin nannte die CVP «eine Partei, die nur existiert, um ihren Mitgliedern bessere Stellen zu verschaffen». Couchepin selbst hat allerdings nicht den besten Ruf, was das Postengeschacher unter Parteikollegen anbelangt. Der ehemalige Preisüberwacher und SP-Nationalrat Rudolf Strahm schrieb noch zu ­Couchepins Amtszeit von der «Fendant-Connection». So machte der Walliser Magistrat den Walliser Manager David Syz zum Chef des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco). Eine Fehlbesetzung, die Joseph Deiss als Nachfolger Couchepins im Volkswirtschaftsdepartement schnell rückgängig machte. Mit Eric Fumeaux hatte Couchepin einen weiteren Unterwalliser Parteikollegen mit einem Spitzenposten bedacht: Er wurde Direktor des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie – blieb allerdings weniger als fünf Jahre. Und als Innenminister beförderte Couchepin wenige Wochen vor seinem Rücktritt den einstigen persönlichen Mitarbeiter und späteren Generalsekretär Pascal Strupler an die Spitze des Bundesamtes für Gesundheit. Auch er ein Walliser – aber noch im Amt.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.