Viola Amherd präsentiert sich als Brückenbauerin

Die Walliser CVP-Nationalrätin sagt, sie bringe als Leuthard-Nachfolge das passende Rüstzeug mit.

Viola Amherd im Interview nach der Pressekonferenz in Brig. (SDA/8. November 2018)

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Als Nachfolgekandidatin für Bundesrätin Doris Leuthard hat sich Viola Amherd am Donnerstag in Brig VS vor den Medien präsentiert. Die Walliser CVP-Nationalrätin versteht sich als Brückenbauerin mit dem notwendigen Rüstzeug für den Einzug in die Landesregierung.

Sie habe lange und intensiv nachgedacht, bevor sie in das Rennen um den frei werdenden Bundesratssitz gestiegen sei, sagte die 56-jährige Oberwalliserin. «Es waren die zahlreichen Gespräche in meinem Umfeld und meiner Partei sowie das positive Feedback aus Bevölkerung und Politik, die mich für eine Kandidatur ermutigt haben.»

Die CVP-Politikerin, die seit 15 Jahren in Bundesbern politisiert, will ihr «breites Netzwerk in den Bereichen Wirtschaft, Politik und Verwaltung zum Wohle des Landes einsetzen», wie sie sagte. Unter politischer Arbeit versteht sie Dossierkenntnisse, Dialog, Streitgespräche, Überzeugungsarbeit und den Austausch mit der Bevölkerung.

In der Vermittlerrolle

Auf die Frage nach ihre Stärken im Vergleich zu den anderen Kandidaten für die Nachfolge Leuthards ging Amherd nicht ein. Sie sagte nur, dass sie sich gerne als Brückenbauerin definiere. Die Suche nach Kompromissen, breit abgestützten und nachhaltigen Lösungen habe für sie Priorität.

Als vorteilhaft bezeichnet es Amherd hingegen, als Deutschschweizerin in einem Kanton mit französischer Mehrheit zu leben. "Ich betrachte die verschiedenen Sprachen und Kulturen unseres Landes als eine Quelle des Reichtums.

Als Herausforderungen der Zukunft nannte Amherd die Digitalisierung, die Europapolitik, die Altersvorsorge, die Mobilität und die Explosion der Gesundheitskosten.

Zum Mietstreit nichts Neues

Die Mietzinsaffäre, in die die Erbengemeinschaft um Amherd verwickelt ist und die in den vergangenen Wochen in einigen Medien für Schlagzeilen gesorgt hatte, war in Brig nur am Rande ein Thema.

Auf die Frage eines Journalisten, inwieweit der juristische Streit ihre Kandidatur beeinflusse, wiederholte die Politikerin frühere Aussagen. Es handle sich bei dem Streit um Mieteinnahmen um ein Zivil- und kein Strafverfahren. Dieses habe mit ihrer politischen Arbeit nichts zu tun.

Ein Walliser Bezirksgericht hat die Erbengemeinschaft um Amherd zu einer Rückzahlung von 250'000 Franken verurteilt, weil sie jahrelang zu viel Miete kassiert hat. Die Bundesratskandidatin hat gegen das Urteil Rekurs eingelegt.

Karrierebeginn im Gemeinderat

Die gelernte Juristin begann ihre politische Karriere 1992 mit der Wahl in den Gemeinderat von Brig. Vier Jahre später wurde sie Vizepräsidentin der Stadt und 2000 Präsidentin, eine Amt, das sie bis 2012 innehatte.

2005 wurde Amherd in den Nationalrat gewählt. Sie ersetzte dort Jean-Michel Cina, der in den Walliser Staatsrat gewählt wurde. Ihre Kandidatur für den Bundesrat gab Amherd am 24. Oktober offiziell bekannt – wegen eines Spitalaufenthalts per Communiqué.

Ausser Amherd kandidieren zwei weitere Frauen und ein Mann für die Nachfolge Leuthards. Die Nationalrätinnen Elisabeth Schneider-Schneiter (BL), die Regierungsrätin Heidi Z'graggen (UR) und der Ständerat Peter Hegglin (ZG) treten an. Die Wahl findet voraussichtlich am 5. Dezember statt.

(sep/sda)

Erstellt: 08.11.2018, 12:27 Uhr

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