Villiger muss zuerst Klarheit schaffen

Es bleibt die Vermutung, die Staatsanwaltschaft habe in der Angelegenheit Villiger ein Auge zugedrückt.

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Markus Brotschi@derbund

Die Wiederwahl von Beat Villiger hinterlässt einen schalen Beigeschmack. Das weiss er selbst, sonst brauchte er nicht einige Tage Bedenkzeit, bis er über seinen Verbleib im Regierungsrat entscheidet. Ein Teil der Wahlberechtigten gab ihm die Stimme, bevor bekannt wurde, dass er sein Auto einer Frau ohne Fahrausweis überlassen hatte. Wenige Stunden vor Auszählung der Stimmen gab Villiger über die Medien bekannt, dass es sich um eine frühere Geliebte gehandelt habe. Dass er mit dieser ein Kind hat und eine aussereheliche Beziehung führte, ist seine Privatsache.

Problematisch ist, dass die Umstände unklar sind, unter denen er der Frau sein Auto überliess. Die Luzerner Staatsanwaltschaft habe festgestellt, dass er ihr das Auto nicht ohne Vorsichtsmassnahmen übergeben habe, sagt Villiger. Aber er hatte Zweifel, ob sie fahren durfte, und erkundigte sich bei der Polizei. Er erhielt offenbar keine klare Antwort. Zudem gibt es Ungereimtheiten zum Kaufvertrag für das Auto. So bleibt die Vermutung, die Staatsanwaltschaft habe ein Auge zugedrückt, während andere für dasselbe Verhalten bestraft würden. Villiger und die Justizbehörde müssen nun diesen Verdacht ausräumen.

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