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Viel Lärm und schlechte Luft in den Alpen

Nicht nur die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene bereitet Probleme. Ein Bericht des Bundesamts für Umwelt zeigt: Er macht auch die Anwohner des Alptransits krank.

Ein Gesundheitsrisiko für die Anwohner: Pünktlich zum Ferienbeginn stauen sich die Autos auf der A2 Richtung Süden. (Archivbild)
Ein Gesundheitsrisiko für die Anwohner: Pünktlich zum Ferienbeginn stauen sich die Autos auf der A2 Richtung Süden. (Archivbild)
Keystone

Noch immer ist die Luft- und Lärmbelastung auf der Nord-Süd-Achse hoch. Seit 2003 hat sie sich kaum verbessert, wie ein Bericht des Bundesamts für Umwelt (Bafu) zeigt. Die Grenzwerte werden regelmässig überschritten.

Besonders von Lärm und schlechter Luft betroffen sind Menschen, die an den Autobahnen A2 und A13 wohnen. Die Luftschadstoffe werden entlang dieser beiden Autobahnen an sechs Messstationen erfasst. Zwischen 2003 und 2010 verzeichneten sie lediglich eine leichte Abnahme bei den Stickoxiden und beim Feinstaub. Dies geht aus dem Bericht hervor, der am Freitag publiziert wurde. Ausserhalb der Transitkorridore war die Abnahme wesentlich grösser. Rund 40 Prozent der Stickoxidbelastung geht auf das Konto des Schwerverkehrs.

Lärm hat tendenziell zugenommen

Auch für den Lärm entlang den Strassen sind vor allem schwere Güterfahrzeuge verantwortlich. Er wird an den erwähnten Autobahnen an fünf Stationen gemessen. Die Auswertung zeigt, dass er zwischen 2004 und 2010 tendenziell sogar noch zugenommen hat.

Der Lärm der Bahn wird an mehreren Stationen am Gotthard und am Lötschberg gemessen. Fazit: Während die Personenzüge deutlich leiser geworden sind, sei eine solche Entwicklung bei den Güterzügen «erst ansatzweise erkennbar». Güterzüge mit weniger als 80 Dezibel seien auch 2010 noch eine Seltenheit gewesen. Doch der Ersatz von veraltetem, lärmigem Rollmaterial komme nur zögerlich voran.

Die Messungen zeigten auch, dass der Lärm von Strasse und Schiene sowohl am Tag als auch in der Nacht die Grenzwerte regelmässig überschreite.

Nacht- und Sonntagsfahrverbote

Die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung werde durch Lärm und verschmutzte Luft geschmälert, heisst es im Bericht. Umfragen im Jahr 2006 hätten ergeben, dass viele Anwohnerinnen und Anwohner mit negativen Folgen für Gesundheit und Wohlbefinden rechnen. Verschiedene Untersuchungen zeigten, dass vor allem Atemwegserkrankungen gehäuft auftreten.

Um die Belastungen von Mensch und Umwelt «auf ein unbedenkliches Mass zu begrenzen», seien nun weitere Massnahmen notwendig, bilanzieren die Autoren des Berichts. Als Beispiele nennen sie die Fortführung des Nacht- und Sonntagsfahrverbots für den Schwerverkehr. Vonnöten seien aber auch gute Rahmenbedingungen wie eine verbesserte Konkurrenzfähigkeit der Eisenbahn im internationalen Güterverkehr.

Der 22-seitige Bericht «Umweltbelastungen des alpenquerenden Güterverkehrs» fasst die Resultate des 2003 lancierten Projekts «Monitoring Flankierende Massnahmen» und weiterer Erhebungen zusammen.

SDA/fko

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