Ungewöhnlich rasche Durchsuchung im Tessin

Nach der Verhaftung eines Schweizers wegen Terrorverdachts in Italien führte die Bundesanwaltschaft eine Hausdurchsuchung durch.

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Bernhard Odehnal@BernhardOdehnal

Die italienische Justiz nimmt Ermittlungen gegen zwei Italiener und einen Schweizer mit angeblich rechtsextremem Hintergrund so ernst, dass sie ungewöhnlich rasch ein Rechtshilfeersuchen an die Schweiz schickte. Die Bundesanwaltschaft (BA) bestätigt, dass in ihrem Auftrag die Bundeskriminalpolizei im Tessin eine Hausdurchsuchung durchführte. Nähere Angaben macht die BA nicht.

Der in Italien verhaftete Tessiner Alessandro M. betrieb mit dem ebenfalls verhafteten Italiener Fabio B. jenen Hangar in Rivanazzano Terme, in dem eine Luft-Luft-Rakete gefunden wurde. Der 42-jährige M. arbeitete von 2010 bis 2013 beim Schweizer Rüstungskonzern Ruag, wie die «Woz» meldete und die Ruag bestätigte.

Auf Facebook keine Sympathie für Neonazis erkennbar

Recherchen der Redaktion Tamedia zeigen, dass M. damals im zivilen Bereich tätig war, in der Division Aviation im Tessin. Danach war M. alleiniger Verwaltungsrat zweier Tessiner Firmen, die zivile Kleinflugzeuge an- und verkauften. Eine Firma ist mittlerweile in Konkurs. Verbindungen zu Militär oder Waffenhandel sind nicht ersichtlich.

Auch auf M.s Facebook-Profil ist keine Sympathie für Neonazis erkennbar. Er trat aber der Gruppe «Lega – Salvini News» bei. Sein italienischer Kollege Fabio B. teilte auf Facebook Solidaritätsbekundungen für Italiens Innenminister: «Ehrliche Italiener stehen zu Salvini.» B. und der Schweizer M. sind offenbar Fans des Lega-Chefs. Von Salvini werden sie jedoch beschuldigt, an Attentatsplänen gegen ihn beteiligt gewesen zu sein.

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