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Unfälle und Krankheiten: Bundesräte im Spital

Samuel Schmid und Hans-Rudolf Merz sind nicht die ersten Bundesräte, die im Amt mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben.

Hans-Rudolf Merz, FDP: Er erlitt einen Herzstillstand und wurde daraufhin ins künstliche Koma versetzt.
Hans-Rudolf Merz, FDP: Er erlitt einen Herzstillstand und wurde daraufhin ins künstliche Koma versetzt.
Keystone
Joseph Deiss, CVP: Musste 2006 wegen eines Bandscheibenvorfalls ins Spital.
Joseph Deiss, CVP: Musste 2006 wegen eines Bandscheibenvorfalls ins Spital.
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Hermann Obrecht, FDP: Er trat wegen seines Herzleidens 1940 aus seinem Amt zurück.
Hermann Obrecht, FDP: Er trat wegen seines Herzleidens 1940 aus seinem Amt zurück.
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Immer wieder mussten sich Bundesräte während ihrer Amtszeit in Spitalpflege begeben. So gravierende Fälle wie zuletzt bei Finanzminister Hans-Rudolf Merz sind aber selten.

Am 25. Juli 2006 musste CVP-Bundesrat Joseph Deiss ins Spital. Grund war eine Diskushernie, zu Deutsch: ein Bandscheibenvorfall. Der Fall Deiss zeigt, dass ein Bundesrat auch im Spital voll handlungsfähig sein kann. Deiss verpasste damals zwar seine letzte Bundesratssitzung, wurde aber zu Beratungen telefonisch zugeschaltet. Auch andere Termine nahm Deiss telefonisch wahr. Der Freiburger war von 1999 bis Ende Juli 2006 im Amt; erst als Aussenminister, dann als Wirtschaftsminister.

Im April 2003 musste sich FDP-Bundesrat Kaspar Villigerseinen gebrochenen linken Daumen wieder richten lassen. Villiger war bei einem Velounfall gestürzt. Da sich der Unfall über Ostern ereignet hatte, konnte sich der Bundesrat über die Feiertage erholen. Villiger war von 1989 bis Ende 2003 im Bundesrat; zuerst als Verteidigungsminister, dann als Vorsteher des Finanzdepartements. Weit weniger harmlose Eingriffe mussten Otto Stich(SP), Jean-Pascal Delamuraz (FDP) und René Felber(SP) über sich ergehen lassen. Stich liess sich 1994 einen Herzschrittmacher einsetzen. Er hatte bei einer Sitzung einen Kollaps erlitten. Der Solothurner leitete von 1984 bis 1995 das Finanzdepartement. Delamuraz musste sich im April 1995 einer dreistündigen Operation am offenen Herz unterziehen, um sich eine künstliche Herzklappe einsetzen zu lassen. Zwei Jahre später wurde ihm in einer fünfstündigen Operation ein bösartiger Lebertumor entfernt. Der Waadtländer war von 1984 bis 1998 in der Regierung.

Felber war 1991 wegen eines Blasentumors operiert worden. Der Neuenburger war von 1988 bis 1993 Aussenminister.

Mitte des vergangenen Jahrhunderts gab es zwei Fälle, bei denen Bundesräte wegen ihres Gesundheitszustandes zurücktraten. Einzigartig dürfte das Beispiel von Jean Bourgknecht(CVP) sein. Im Mai 1962 hatte der Chef des Finanzdepartements einen Schlaganfall erlitten. Die Familienangehörigen mussten stellvertretend für den Freiburger seinen Rücktritt auf Ende 1962 bekannt geben.

Hermann Obrecht (FDP) teilte im Kriegsjahr 1940 seine Demission wegen eines Herzleidens mit. Zuvor hatte der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements einen Herzanfall erlitten und ging in eine längere Kur.

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