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Unbewilligte Demo in Bern

Eine Woche nach dem Ende des WEF zogen circa 100 Globalisierungskritiker durch Bern. Sie verteilten Flugblätter und riefen Parolen.

Blieben friedlich: Die Demonstranten in Bern. (4. Februar 2012)
Blieben friedlich: Die Demonstranten in Bern. (4. Februar 2012)
Keystone

Eine Woche nach dem Ende des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos hat in Bern doch noch eine Anti-WEF-Kundgebung stattgefunden. Nachdem die Berner Polizei vor zwei Wochen eine Demonstration im Keim erstickt hatte, tolerierte sie nun einen Umzug von schätzungsweise 100 WEF-Kritikern durch die Stadt.

Die mehrheitlich jungen und schwarz gekleideten Demonstranten zogen am Samstagnachmittag friedlich durch die Innenstadt. Sie riefen Parolen wie «Wipe out WEF» oder «What Solution? Revolution!» und verteilten Flugblätter mit Kritik am «Geist von Davos».

Der Revolutionäre Aufbau und das Berner Anti-WEF-Bündnis hatten zur Kundgebung aufgerufen. Nach etwa 45 Minuten war die unbewilligte Kundgebung in grosser Kälte schon vorbei.

«Wir lassen uns nicht einschüchtern»

Der Zug durch Bern war eine Reaktion auf das massive Polizeiaufgebot vom 21. Januar, als die Einsatzkräfte die Demonstranten schon kurz nach dem Start des Umzugs einkesselten. «Wir lassen uns nicht einschüchtern», hiess es im Aufruf zur neuerlichen Kundgebung.

Die Polizei war am Samstag mit einem mittelgrossen Aufgebot in Bern präsent, blieb aber im Hintergrund. Der Strassenverkehr wurde nur geringfügig gestört.

Die unbewilligte Demonstration sei toleriert worden, weil die Stadt Bern und die Kantonspolizei diesmal die Lage im Vorfeld der Kundgebung ganz anders eingeschätzt hätten als vor zwei Wochen, sagte der Berner Polizeidirektor Reto Nause.

Vor zwei Wochen habe es vor der Kundgebung Gewaltaufrufe gegeben, und schon beim Anmarsch zur Kundgebung seien die ersten Petarden geflogen. Diesmal habe es im Vorfeld Anzeichen gegeben, dass die Kundgebung friedlich bleiben werde, und beim Anmarsch seien keine Petarden gezündet worden.

«Deshalb hatte die Polizei keine Veranlassung zum Eingreifen. Unter solchen Vorzeichen wird eine unbewilligte Demonstration nicht unbedingt aufgelöst», sagte Nause.

Einige Demonstranten wurden von der Polizei kontrolliert. Ein Mann wurde auf eine Wache gebracht, konnte diese aber noch am Nachmittag wieder verlassen.

dapd/kle

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