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Tessiner lehnen Milliardentunnel ab

Abfuhr für die Lega: Die Tessiner Stimmenden sprechen sich gegen den Bau eines rund 7 Kilometer langen Strassentunnels aus. Eine Umfahrung erhält das verkehrsgeplagte Agno aber dennoch.

Die verkehrsgeplagte Region Malcantone TI bekommt eine oberirdische Umfahrungsstrasse: Die Stimmbürger haben sich am Sonntag gegen die Idee der Lega für einen langen Strassentunnel entschieden. Sie sprachen sich so indirekt für das bestehende Umfahrungs-Projekt des Kantons aus.

52,6 Prozent der Tessiner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger (38'742 Stimmen) lehnten die Pläne der Lega ab. Nur 47,4 Prozent (34'914 Stimmen) sprachen sich für eine unterirdische Direktverbindung zwischen Bioggio und Ponte Tresa aus. Die Stimmbeteiligung betrug 36,01 Prozent.

Route parallel zum Flughafen

Dem Ergebnis zufolge wird die Umfahrung in der Form gebaut, wie sie im März 2011 vom Grossen Rat abgesegnet worden war. Das Verkehrsprojekt soll Agno TI von den täglichen Staus befreien. Vorgesehen ist, den Verkehr von der Kantonsstrasse über eine neue Ausweichroute parallel zum Flughafen zu führen.

Das Parlament hat dafür bereits einen Kredit von 133 Millionen Franken bewilligt. Langfristig besteht die Möglichkeit, zwei zusätzliche Tunnel in den Gemeinden Caslano und Magliaso zu realisieren. Die Lega kritisierte die Pläne des Kantons als ein «Puzzle aus Baumassnahmen».

Lega wollte langen Tunnel

Die Rechtspartei schlug deshalb vor, einen durchgängigen Tunnel zwischen Bioggio und Ponte Tresa zu bauen, dieser wäre rund 7 Kilometer lang geworden. Im Jahr 2012 lancierte sie daher erfolgreich die Strassentunnel-Initiative als Alternative zu den Plänen des Kantons. Die Kosten des Tunnel-Projekts wurden auf rund 970 Millionen Franken kalkuliert.

Anfangs fand die Lega nur wenig Unterstützer in den anderen Parteien. Kurz vor der Abstimmung sprachen sich jedoch auch Vertreter von Grünen und CVP für den langen Tunnel aus. Die anderen Parteien, die Gemeinden des Malcantone, die regionalen Verkehrskommissionen sowie der Kanton warnten dagegen vor einem «Ja» bei der Abstimmung.

Befürchtet wurde, dass sich die Realisierung der dringend benötigten Umfahrung auf unbestimmte Zeit verschiebt. Die Planung hätte wieder bei Null beginnen müssen. Und nicht zuletzt wären Zuschüsse des Bundes für das gesamte Luganeser Agglomerationsprogramm, einschliesslich eines neuen Trams und der Verstärkung der Bahnlinie im Malcantone, bedroht gewesen.

SDA/mw

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