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«Suizid ist eine Handlung, die sich dem ethischen Urteil entzieht»

«Grundsätzlich bleibt es eine Illusion zu glauben, der Tod sei restlos planbar», sagt Alberto Bondolfi. Foto: Samuel Schalch

Wie sehen Sie als Theologe Suizid und Suizidhilfe?

Und Ihre persönliche Haltung?

Die Sterbehilfeorganisation Exit diskutiert derzeit über eine ­stärkere Liberalisierung des Alterssuizids. Gesunde Alte sollen für einen Suizid das tödliche ­Barbiturat sogar ohne Rezept ­erhalten. Ist das ethisch vertretbar?

Aber wäre es denn wünschenswert, dass künftig jeder, der möchte, das Barbiturat im Nachttischchen hat für den Notfall?

Werden die weiteren Liberalisierungswünsche der Suizidhilfe nicht erst recht die Regulierer auf den Plan rufen?

«Ich betrachte den Suizid nicht als beste Form des Sterbens, sondern als Ausnahmesituation.»

Bereits heute machen bei Exit die Begleitungen von Polymorbiden, von Menschen mit verschiedenen Gebrechen, 25 Prozent aus. Wie beurteilen Sie diesen Alterssuizid?

Kann ein Verein überhaupt so weit gehende ethische Standards setzen wie etwa beim Alterssuizid?

Trotzdem wird immer wieder ein Suizidhilfegesetz verlangt, konkret 2012 vom damaligen Zürcher Staatsanwalt Andreas Brunner.

Bei Exit ist die Selbstbestimmung der höchste Wert. Was ist aber mit der wachsenden Gruppe von dementen Menschen, die keine Suizidhilfe beanspruchen können?

Könnte man Suizidhilfe auf direkte aktive Euthanasie ausweiten wie in den Beneluxländern?

Der frühere FDP-Ständerat Dick Marty versuchte dies im Europarat.

Es ist eine Illusion zu glauben, der Tod sei restlos planbar.

Was denken Sie über das neue deutsche Gesetz?

Muss sich die Schweiz gegen den Suizidtourismus wehren?

Wie steht es mit dem viel beschworenen Druck auf Betagte und Kranke, die den Verwandten und dem Gesundheitswesen nicht zur Last fallen wollen und deshalb die Dienste von Exit beanspruchen?

Würde mit dem Ausbau der Palliativmedizin die Zahl der Suizidbegleitungen zurückgehen?

Insgesamt besteht bei uns also kein Handlungsbedarf?