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Spuhler taktiert nach Blochers Angriff

Gestern griff Christoph Blocher seinen Parteifreund Peter Spuhler an: Er warf ihm die Vergangenheit als UBS-Verwaltungsrat vor. Spuhler antwortet heute diplomatisch vage.

Peter Spuhler hält sich zurück. In einem Statement teilt der Unternehmer und SVP-Nationalrat mit, er sei sich der Verantwortung «als ehemaliges Mitglied des Verwaltungsrats der UBS» voll bewusst. «Zu den verschiedentlich geäusserten Vorwürfen seitens gewisser Exponenten der SVP äussere ich mich nicht», so Spuhler gegenüber Redaktion Tamedia weiter. Er wolle nur festhalten, «dass sich die SVP und auch er selbst stets für die Interessen des Finanzplatzes Schweiz eingesetzt haben».

Christoph Blocher hatte in seiner Sendung «Teleblocher» Kritik am Parteikollegen und -rivalen geäussert - mit Verweis auf dessen Rolle als Verwaltungsrat der UBS: «Peter Spuhler hat da ein Problem. Er war im UBS-Verwaltungsrat und der hat versagt», sagte der Ex-Bundesrat vorgestern.

Ähnlich tönte Toni Brunner: «Peter Spuhler muss die Verantwortung für sein Handeln tragen», so der SVP-Präsident im «SonntagsBlick». Und SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi hatte bereits vor einer Woche durchblicken lassen, dass aus den Reihen der SVP noch was etwas auf Spuhler zukommt, weil er von 2004 bis Oktober 2008 im UBS-Verwaltungsrat sass. «Mit diesem Mandat verkörpert er die Verfilzung von Politik und Wirtschaft, die unsere Partei stets bekämpft hat», so Bortoluzzi im «Tages-Anzeiger». Und weiter: «Ich befürchte, die SVP wird jetzt für die Krise der Grossbank mitverantwortlich gemacht. Dabei gibt es keinen Fall SVP, es gibt nur den Einzelfall Spuhler.»

Bereits 2003 ging die SVP auf Distanz zum UBS-Mandat

Tatsächlich äusserte sich die SVP weder offiziell noch durch wichtige Exponenten, als Peter Spuhler Ende 2003 für den UBS-Verwaltungsrat nominiert und bald darauf gewählt wurde. In einem Statement äusserte sich der damalige Parteipräsident Ueli Maurer sogar eher spektisch zu Spuhlers Engagement bei der Grossbank.

Heute gibt Spuhlers Amt bei der Unglücksbank der Parteispitze einen Hebel, um dessen Widerstand gegen Blocher zu schwächen. Der Waggon-Industrielle hatte sich gegen den Plan der SVP-Spitze gestellt, Blocher nochmals als Bundesratskandidaten festzulegen.

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