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«SP und Grünen geht es gar nicht um das Thema»

Das Gerangel der Linksparteien um die Themenhoheit im Atomausstieg kommt bei den Redaktion Tamedia-Lesern schlecht an. Und die Aufrufe zum Stromsparen machen viele ratlos.

Was würde der Verzicht auf AKW überhaupt kosten? Stromleitungen beim Atomkraftwerk Fessenheim im Departement Haut-Rhin, Frankreich.
Was würde der Verzicht auf AKW überhaupt kosten? Stromleitungen beim Atomkraftwerk Fessenheim im Departement Haut-Rhin, Frankreich.
Keystone

«Mir ist es schnurzegal, wer der Erste war», schreibt ein Leser auf Redaktion Tamedia. «Es geht einzig darum, die Zeit zu nutzen und endlich rauszukommen aus der unheilvollen Atomenergie.»

Ein weiterer Leser äussert sich resigniert: «Das ist gut, SP und Grüne, macht euch gegenseitig fertig. Damit bestätigen eigentlich beide, dass es gar nicht unbedingt um das Thema geht, sondern darum, wer bei den Wahlen am meisten Stimmen für sich gewinnen darf. Aber wen überrascht es.»

Kein Zwangslichterlöschen

Er sei tatsächlich am Überlegen, ob er rot oder grün wählen soll, schreibt ein weiterer Leser. «Verzicht und Effizienz sind wichtig, der konsequente Ausbau der Erneuerbaren jedoch auch. Es würde viel Geld in der Schweiz bleiben, auf viel mehr Leute verteilt.» Er hoffe auf Beweise der SP, dass ein Umstieg ohne «Zwangslichterlöschen und sonstige grossen Einschränkungen» möglich sei.

Als unabhängiger Beobachter müsse er feststellen, dass die SP «pragmatischer und realistischer» sei, während die Grünen «eher ideologisch» politisierten, schreibt ein anderer. «Eine radikale Initiative gegen den Widerstand der Wirtschaft und der Bürgerlichen dürfte wohl schwierig sein, sobald das Thema AKW nicht mehr die Medien füllt.» Kompromisse mit vernünftigen Bürgerlichen seien wohl zielführender.

«Absolute Illusion»

Auch die Aufforderung der Grünen, Strom zu sparen, provoziert Reaktionen. «Ich frage mich ernsthaft, wo denn der normale Bürger Strom sparen soll?», fragt jemand. Er habe Energiesparlampen, lasse seine Geräte nicht im Stand-by laufen und lösche das Licht in Räumen, in denen er sich nicht aufhalte. «Soll ich jetzt dafür büssen, dass ich Mieter bin und auf die grossen Posten wie Isolierung, Warmwasser, Heizung und Energieeffizienz der Geräte keinen Einfluss habe?»

Einige machen den Bogen vom Energieverbrauch über das Bevölkerungswachstum zur Personenfreizügigkeit: «Die jährliche Einwanderung seit dem Freizügigkeitsabkommen mit der EU beträgt jährlich 100'000 Personen, die alle ebenfalls Strom konsumieren. Diese Einwanderung entspricht einer Stadt wie Winterthur und dieser dafür notwendige Strom muss erst erzeugt werden. Also wie soll der Wegfall von AKW kompensiert werden? Mit Stromsparen? Absolute Illusion.»

Erinnerung an die Einführung des KVG

Auch die Kosten sind ein Thema. Ein Leser vermisst sowohl bei der SP wie auch bei den Grünen die «Ehrlichkeit»: «Die Energiekosten werden ohne AKW mit Sicherheit dramatisch steigen. Nur traut sich niemand, dies zuzugeben.» Die AKW-Diskussion erinnere ihn stark an die Einführung des Krankenversicherungsgesetzes, «als uns von SP-Bundesrätin Dreifuss vorgeschwärmt wurde, dass sich damit in Zukunft die Krankenkassenkosten stabilisieren liessen».

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