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So wenig Asylgesuche wie vor der arabischen Revolution

Die Zahl der neu eingereichten Asylgesuche ist im Juni wieder zurückgegangen. Letzten Monat wurden in der Schweiz rund ein Viertel weniger Asylanträge gestellt als noch im Mai – trotz arabischer Revolution.

Flüchtlingsansturm blieb in der Schweiz bisher aus: Zwei Asylsuchende im Übergangszentrum in La Chaux-de-Fonds, 3. Mai, 2011.
Flüchtlingsansturm blieb in der Schweiz bisher aus: Zwei Asylsuchende im Übergangszentrum in La Chaux-de-Fonds, 3. Mai, 2011.
Keystone

Insgesamt wurden im Juni 1675 Asylgesuche eingereicht – im Vormonat waren es noch 2245. Damit lag die Zahl der Gesuche wieder auf einem ähnlichen Niveau, wie vor den Umwälzungen in Nordafrika, wie das Bundesamt für Migration (BFM) mitteilt. Dies widerspiegelt sich auch in den Gesuchszahlen aus Tunesien, die um 17 Prozent auf 284 Gesuche zurückgingen.

Tunesier und Tunesierinnen haben letzten Monat in der Schweiz am meisten Asylanträge eingereicht. Sie lösten die Menschen aus Eritrea ab, die im Mai noch für die meisten Gesuche gesorgt hatten. Ihre Zahl hat sich im Juni jedoch mehr als halbiert auf noch 234 Gesuche. Am drittmeisten Gesuche stammten von Nigerianern. Diese Gesuchszahlen blieben mit 123 aber stabil.

Zahlen nicht explodiert

Mit Blick auf das erste Halbjahr 2011 kann festgestellt werden, dass die Zahl der Asylgesuche gegenüber dem Vorjahr zwar deutlich höher liegt aber nicht explodiert ist. Während in den ersten sechs Monaten des letzten Jahres 7244 Gesuche eingereicht wurden, waren es dieses Jahr mit 9795 Gesuchen rund 35 Prozent mehr.

Ende Juni befanden sich insgesamt 38'416 Menschen mit einem hängigen Asylgesuch in der Schweiz. Das sind 4 Prozent oder knapp 1500 mehr als Mitte 2010.

Fallen die Asylzahlen im zweiten Halbjahr ähnlich aus wie im ersten Halbjahr könnten im Gesamtjahr etwa knapp 20'000 Gesuche eingehen. Zum Vergleich dazu: 1999 wurden in der Schweiz, vor allem wegen des Kosovokrieges, 47'513 Asylgesuche eingereicht.

SDA/bru

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