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«Sie wollten mich exekutieren wie alle Spione»

Ein Schweizer Jihadist erzählt dem Schweizer Fernsehen nach der Rückkehr von seiner Zeit in Syrien. Angeblich ist er nur knapp dem Tod entronnen.

18 Rückkehrer der Jihadisten-Szene leben wieder in der Schweiz. Laut dem Schweizer Geheimdienst ist es bestätigt oder sehr wahrscheinlich, dass sie sich an Kämpfen radikalislamischer Gruppen im Irak, in Syrien, Afghanistan, Pakistan, dem Jemen oder Somalia beteiligt hatten. Wie gestern ebenfalls bekannt wurde, gehen die Behörden davon aus, dass sich 31 Extremisten aus der Schweiz noch in diesen Ländern aufhalten, bis zu sechs weitere sollen dort gestorben sein.

Einer, dem die Rückkehr gelang, sprach gestern in der Sendung «Rundschau» des Schweizer Fernsehens. Das Gesicht des Schweizers, dem das Fernsehen den falschen Namen Sebastian gibt, ist nicht zu sehen, seine Stimme verzerrt. Er wuchs im Wallis auf und wurde angeblich im Internet radikalisiert. Ein Vermittler aus Frankreich, der in Europa Kämpfer für die Terrormiliz Islamischer Staat rekrutiert, warb ihn schliesslich an.

Sebastian reiste nach Syrien und wurde südlich von Aleppo in einer vierstöckigen Villa untergebracht. Auf einem Satellitenbild zeigt er das Haus, das Trainingsgelände und ein Munitionsdepot. Man liess ihm die Wahl, ob er bei einem Selbstmordattentat sterben oder sich einer Kampfgruppe anschliessen wollte. «Ich kam, um im Kampf für den Islam zu sterben», erklärt Sebastian. Die Vorstellung, als Selbstmordattentäter zu enden, erschien ihm «bizarr».

Als Verräter und Spion bezeichnet

Nach zwei Wochen habe er jedoch realisiert, wie naiv es gewesen sei, hierherzukommen. Er wollte wieder zurück in die Schweiz. Seine IS-Kollegen bezeichneten ihn daraufhin als Verräter und Spion. «Sie wollten mich exekutieren wie alle Spione», berichtet Sebastian. Man habe ihn gefesselt. Jemand habe bereits die Kalaschnikow auf ihn gerichtet. «Zum Glück beruhigte er sich.» Sie steckten den Schweizer ins Gefängnis. «Sie sagten mir, ich solle mich hier entscheiden, auf wessen Seite ich stehe», erklärt Sebastian.

Nach 54 Tagen kam er schliesslich frei. Es bleibt offen, ob er sich freikaufen oder versprechen musste, weiter für den IS zu arbeiten. Sebastian sagt, er bereue es und sei froh, wieder in der Schweiz zu sein.

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