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«Sehen weiteren Veröffentlichungen gelassen entgegen»

Benedikt Wechsler sagt dem Bundespräsidenten im Auftrag des Aussendepartements, wo es in der Diplomatie brennt. Im Interview spricht er über die Lehren aus den Wikileaks-Affären.

«Die Amerikaner werden das Vertrauen wieder aufbauen müssen»: Benedikt Wechsler, Chef der neu geschaffenen Cellule diplomatique.
«Die Amerikaner werden das Vertrauen wieder aufbauen müssen»: Benedikt Wechsler, Chef der neu geschaffenen Cellule diplomatique.
Sabine Bobst

Benedikt Wechsler, gibt es in der internationalen Diplomatie eine Zeitrechnung vor Wikileaks und eine neue Zeit nach Wikileaks?

Nein, die Veröffentlichung dieser Dokumente hat unseren Berufsstand nicht so nachhaltig verändert. Schon im 17. Jahrhundert versuchte man, die Depeschen des Feindes abzufangen. Aber Wikileaks ist ein Zeichen dafür, dass staatliche Informationen je länger, je weniger geheim bleiben. Interessant ist ja, dass diese Informationen bekannt wurden aus einem System, das von einer grossen Offenheit und Informationsfreiheit geprägt ist. Es wäre genauso interessant zu wissen, was chinesische Botschafter nach Peking berichten oder russische Botschafter nach Moskau aufzeichnen – davon erfährt man leider nichts.

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