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Schweizer Volk will Widmer-Schlumpf im Bundesrat

Mehr als zwei Drittel der Wähler wollen gemäss einer Umfrage, dass die BDP-Politikerin in der Regierung bleibt. Selbst viele SVP-Anhänger hegen diesen Wunsch.

Geniesst grossen Rückhalt in der Bevölkerung: Eveline Widmer-Schlumpf bei einer Veranstaltung zur Bundesfeier am 31. Juli 2011 in Hinwil. (Bild: Keystone)
Geniesst grossen Rückhalt in der Bevölkerung: Eveline Widmer-Schlumpf bei einer Veranstaltung zur Bundesfeier am 31. Juli 2011 in Hinwil. (Bild: Keystone)
Keystone

Dass Eveline Widmer-Schlumpf auch im neuen Jahr in den Bundesrat gehört, ist für die Mehrheit von über 1000 befragten Wählern in einer Umfrage unbestritten. Die SVP kann dagegen für einen zweiten Regierungssitz nicht auf eine Mehrheit zählen.

Für die Bestätigung der BDP-Bundesrätin Widmer-Schlumpf sprachen sich 68 Prozent der Befragten in der Wahltagsbefragung des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag der SRG aus. 21 Prozent waren dagegen. Dies geht aus dem Schlussbericht hervor, der heute publiziert wurde. Den restlichen Befragten sagten, die Frage sei ihnen egal, oder sie gaben keine Antwort.

CVP-Anhänger für Widmer-Schlumpf

In sämtlichen Parteien mit Ausnahme der SVP, die Widmer-Schlumpfs Sitz angreifen will, fand sich eine Mehrheit für die Bestätigung. Am höchsten ist die Zustimmung bei der CVP (86 Prozent), gefolgt von der GLP (84 Prozent), der SP (82 Prozent) und den Grünen (81 Prozent). Aber auch bei der FDP sehen 71 Prozent Widmer-Schlumpf weiterhin als Bundesrätin.

Selbst 37 Prozent der SVP-Wähler wollen Widmer-Schlumpf bestätigen, die jahrelang für die SVP politisierte und für die Volkspartei in die Regierung gewählt worden war. Unter den Wählern, die keine Partei wählten, sprachen sich 79 Prozent für Widmer- Schlumpf aus.

Das gfs-Forschungsteam um Claude Longchamps erklärt das Verdikt für Widmer-Schlumpf mit dem «Status quo-Denken» – die Wähler wollten am bekannten Bisherigen festhalten. Ausserdem sind nach Longchamps' Meinung die arithmetischen Überlegungen in der Bevölkerung weniger stark ausgeprägt als bei Politikern.

Keine Mehrheit für zweiten SVP-Sitz

Zwar ging die SVP wiederum als stärkste Partei aus den Wahlen hervor. Dennoch polarisiert sie so stark, dass sie laut der Umfrage unter der Wählerschaft keine Mehrheit für einen zweiten Sitz im Bundesrat findet. Lediglich 42 Prozent würden ihr den zweiten Sitz zugestehen, 47 Prozent dagegen nicht. Der Rest ist unentschieden oder gab keine Antwort.

Der Graben zwischen SVP-Wählern und jenen, die andere Parteien wählten, zeigt sich auch bei dieser Frage: Nicht-SVP-Wähler sprachen sich in der Umfrage klar gegen einen zweiten SVP-Sitz aus. Mit nur gerade 35 Prozent möchten die FDP-Wähler noch am ehesten einen zweiten SVP-Vertreter neben Ueli Maurer im Bundesrat.

Es folgen jene, die keine Partei wählten (32 Prozent), die CVP- Wähler (31 Prozent), die SP-Wähler (23 Prozent) sowie die GLP-Wähler (22 Prozent). Von den SVP-Wählern fordern 91 Prozent den zweiten Sitz.

Wähleranteil als Motiv

Auf die starke Ablehnung des zweiten SVP-Sitzes könnte allerdings auch die gestellte Frage einen Einfluss gehabt haben: Das Institut wollte von den Befragten nicht einfach nur wissen, ob die SVP einen zweiten Sitz erhalten solle, sondern, ob sie den Sitz «wegen des Wähleranteils» erhalten solle. Die SVP verlor 2,3 Prozentpunkte Wähleranteil.

Breit abgestützt sind die zwei Bundesratssitze der SP. Dafür sprachen sich 62 Prozent aus, dagegen 24 Prozent.

Personen und Ausrichtung wichtiger

Obwohl Widmer-Schlumpfs Verbleib im Bundesrat erstaunlich unbestritten ist, spielten die Bundesratswahlen laut der Umfrage eine geringe Rolle bei den Wählern. Nur 7 Prozent der Wähler gaben die Stärkung einer Partei im Hinblick auf die Bundesratswahlen als Grund für ihren Wahlentscheid an. Für die meisten (25 Prozent) war die Weltanschauung der Partei ausschlaggebend.

Besonders bei den Wählern der Grünen und der SP war dies das Hauptmotiv. CVP und FDP wurden hauptsächlich wegen ihrer Kandidatinnen und Kandidaten gewählt. Bei GLP und BDP waren die Themen und die Weltanschauung ungefähr gleichauf, während sich bei der SVP kein dominanter Entscheidgrund zeigte.

Für die Wahltagsbefragung liess gfs.bern 1010 Wahlberechtigte am 23. Oktober befragen. Der Stichprobenfehler liegt bei plus/minus 3,1 Prozent.

SDA/miw

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