Taskforce soll Schleppern das Handwerk legen

Die Schweiz geht mit einer Taskforce aus Grenzwächtern und Polizisten gegen Schlepper vor. Sie wird in den nächsten Tagen ihre Arbeit aufnehmen.

Schlepperbanden machen vor der Grenze nicht Halt: Ein Polizist in Österreich kontrolliert einen Kleinlaster voller Flüchtlinge.

Schlepperbanden machen vor der Grenze nicht Halt: Ein Polizist in Österreich kontrolliert einen Kleinlaster voller Flüchtlinge.

(Bild: Keystone APA)

Zur Bekämpfung von internationalen Schlepperbanden, die Flüchtlinge auf illegalem Weg nach Europa bringen, ruft die Schweiz eine Taskforce ins Leben. Diese soll aus Grenzwächtern und Polizisten bestehen und mit italienischen und deutschen Behörden zusammenarbeiten.

Ziel sei es, die Schleppernetzwerke «zu erwischen, zu verhaften und zu verurteilen», sagte Olivier Pecorini, Vizedirektor der Bundespolizei fedpol, am Freitag in der Sendung «Rendezvous» von Schweizer Radio SRF. Beim Menschenschmuggel nach Europa handle es sich inzwischen um «organisierte Kriminalität». Um diese zu bekämpfen, sei auf europäischer Ebene, aber auch innerhalb der Schweiz, eine Zusammenarbeit nötig.

Die Arbeitsgruppe werde ihre Arbeit in den nächsten Tagen in Chiasso TI aufnehmen. Sie setze sich aus Mitarbeitern des Grenzwachtkorps, der Kantonspolizeien, der Bundespolizei und Justizbehörden zusammen.

Vorfälle wie in Österreich verhindern

Die Schweiz sei für viele Flüchtlinge auf dem Weg ins «reiche Nordeuropa» ein wichtiges Transit- und Destinationsland. Es gäbe zwei Hauptrouten durch die Schweiz: Die eine führe von Norditalien ins Tessin und von dort aus via Basel Richtung Deutschland. Die zweite führe von der Region Mailand via Simplonpass nach Frankreich.

Ziel sei es, den Schleppern das Handwerk zu legen – auch damit sich in der Schweiz keine Flüchtlingsdramen ereigneten wie etwa am Donnerstag in Österreich, sagte Pecorini weiter. Dort waren auf der Ostautobahn A4 im Burgenland rund 70 Menschenleichen im Kühlraum eines Schlepper-Lastwagens gefunden worden. Die Flüchtlinge waren vermutlich unterwegs erstickt.

ij/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt