SBB kaufen 30'000 Smartphones und Tablets

Seit vergangenem Jahr fahren Smartphone und iPad im Führerstand der SBB-Lokomotiven mit. Jetzt wird das ganze Unternehmen auf Touchscreen getrimmt.

Wird hier bald iPhone mit iPad gescannt? Auch die roten Zugpersonalgeräte sollen ersetzt werden. (Archiv)

Wird hier bald iPhone mit iPad gescannt? Auch die roten Zugpersonalgeräte sollen ersetzt werden. (Archiv)

(Bild: Keystone)

Abläufe beschleunigen, Mitarbeiter besser integrieren, möglichst kein Papier mehr: So lassen sich die Ziele des bisher nur intern bekannten SBB-Projekts «Mitarbeiter verbinden» zusammenfassen. Wie das IT-Branchenmagazin Inside-it.ch heute bekannt gemacht hat, wollen die Bundesbahnen dafür 12'000 Smartphones und 8000 Tablets einkaufen.

Die Beschaffung sei heute ausgeschrieben worden. Hinzu kommen weitere 11'000 Geräte für die Ablösung bestehender Handys und Zugpersonalgeräte. Insgesamt, so Inside-it.ch, dürfte das Volumen des Auftrages im «tiefen zweistelligen Millionenbereich» zu liegen kommen. Die definitive Anzahl Geräte könnte von den jetzt genannten Zahlen noch abweichen. Die Beschaffung werde sich über mehrere Jahre hinziehen.

Vater des «papierlosen Führerstandes»

Das Projekt dürfte auf SBB-Informatikchef Peter Kummer zurückgehen, der als Vater des «papierlosen Führerstandes» gilt. Im vergangenen Jahr führten die SBB das iPad für Lokführer und Lokpersonal sowie Kaderleute ein. Fahrdaten und Dokumente sind seither in der Lok in digitaler Form dabei.

Das Projekt «Mitarbeiter verbinden» soll nun den Gebrauch von Smartphones und Tablets ausweiten. Laut dem Bericht von Inside-it.ch sollen auch Reglemente und Dienstpläne nicht mehr ausgedruckt werden. Tablet und Smartphone halten damit Einzug bis in den Aussendienst und die Werkstätten.

Laut Inside-it.ch ist SBB-Informatikchef Kummer ein Verfechter der Idee, dass digitalisierte Informationen von grösserem Nutzen sind. «Es geht schlicht darum, Abläufe zu beschleunigen und Mitarbeitende besser zu integrieren», zitiert das Magazin im Bericht einen SBB-Sprecher. Die Mitarbeiter dürften die Geräte explizit nicht nur geschäftlich, sondern auch zum privaten Gebrauch verwenden. Alle SBB-Mitarbeitenden sollen bis 2014 «möglichst ortsunabhängig» erreichbar sein, zitiert Inside-it.ch aus einer SBB-internen Präsentation zu dem Projekt.

Pilotversuch im Gange

Aktuell sei ein Pilotversuch im Gange, heisst es weiter. «Eine erste Gruppe ausgewählter Mitarbeitenden aus verschiedenen Arbeitsbereichen soll nun beginnen, mit ersten SBB-Apps zu arbeiten», sagt der SBB-Sprecher im Beitrag über den Pilotversuch mit den Geräten und den eigens für die SBB entwickelten Anwendungen.

Der Pilotversuch wird mit Samsung-Geräten durchgeführt. Welche Geräte die SBB dann aber endgültig verwenden werden, ist noch unklar. Dies wird sich mit den Angeboten auf die heute erfolgte Ausschreibung weisen.

DerBund.ch/Newsnet

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