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Salafisten missionieren auf Zürcher Strassen

«Die wahre Religion» warb vergangene Woche in Winterthur und Zürich um neue Mitglieder. Die salafistische Organisation vertritt einen radikalen Islam.

Werben um neue Mitglieder: Stand der Organisation «Die wahre Religion» bei der Pestalozzi-Anlage in Zürich. (Foto: Facebook.com)
Werben um neue Mitglieder: Stand der Organisation «Die wahre Religion» bei der Pestalozzi-Anlage in Zürich. (Foto: Facebook.com)

Sie verteilen Gratis-Korane «im Namen des Herrn» und preisen den Islam als einzig wahre Religion. Damit sollen sogenannte Kuffar – Ungläubige – zum Islam bekehrt werden. Vergangene Woche tourte die Kölner Organisation «Die wahre Religion» (DWR) durch mehrere Schweizer Städte, wie die Zeitung «Der Landbote» berichtet.

Zunächst machte die international gut vernetzte Organisation auf Winterthurs Strassen auf sich aufmerksam. Gegenüber dem «Landboten» gaben die jungen Männer an, eine Moschee in Winterthur-Wülflingen zu besuchen. Eine solche ist aber weder der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich noch dem Quartierverein Wülflingen bekannt. Am Samstag waren sie in Zürich präsent, ehe sie nach Bern weiterzogen.

Dahinter steckt bekannter Salafist

Gemäss dem «Landboten» hätten im Anschluss der Aktion mehrere Winterthurer Jugendliche die DWR-Facebook-Seite «geliked». Einige hätten gar auf dem Portal mit der Flagge des Islamischen Staates (IS) posiert. Politologin Manea empfiehlt den Behörden, die Gruppe gut zu beobachten, allenfalls ein Verteilverbot auszusprechen und die Korane inhaltlich zu überprüfen: Beim Koran hänge vieles von der Übersetzung und von der Erklärung ab, wie er interpretiert werde, sagt Manea.

Hinter DWR stehen der ultrakonservative Palästinenser Ibrahim Abou-Nagie und der deutsche Konvertit Pierre Vogel. Gegen Letzteren verhängte die Bundespolizei Fedpol vor sechs Jahren einen Haftbefehl. Die Zürcher Politologin Elham Manea stuft DWR als äusserst heikel ein: «Die islamistische Gruppierung predigt den Kampf gegen die ‹Ungläubigen›. Die Botschaft lautet: Wir gegen die anderen!»

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