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Russen jammern bei Schneider-Ammann

Johann Schneider-Ammann ist zu einem Besuch in Moskau eingetroffen. Dabei wurde der Bundesrat mit den Problemen der russischen Wirtschaft konfrontiert. Und die sind drastisch.

Mehrtägiger Besuch in Russland: Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann.
Mehrtägiger Besuch in Russland: Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann.
Keystone

Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann ist auf seiner Russland-Reise auf die Probleme der russischen Wirtschaft aufmerksam gemacht worden. Wirtschaftsvertreter berichteten ihm heute in Moskau von schwierigen Bedingungen für Unternehmen und Investoren.

«Das Klima ist nicht sehr positiv», sagte Frank Schauff, Direktor der Vereinigung der europäischen Unternehmer in Russland, vor der Delegation des Schweizer Wirtschaftsministers und rund zwanzig russischen Wirtschaftsvertretern. Die Wirtschaftskrise habe gravierende Auswirkungen.

Für die nächsten Jahre erwarten Experten für Russland ein Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent pro Jahr. 2008 war die russische Wirtschaft noch um 8 Prozent gewachsen. Die Inflation dürfte weiterhin rund 8 Prozent betragen.

Schwache Nachfrage

«Unter den russischen Unternehmern herrscht nicht gerade viel Optimismus», sagte Boris Titow, Präsident der Vereinigung der mittleren russischen Unternehmen, Delovaya Rossiya. «Während die Produktionskosten stark gestiegen sind, bleibt die Nachfrage im Inland sehr schwach», erklärte er.

Die unsichere Rechtslage, die Bürokratie und die Korruption machen das Land für Investoren nicht attraktiver: Russland belegt auf dem Index der Anti-Korruptionsorganisation Transparency International den 154 Platz. Nur 24 Länder sind schlechter bewertet.

Auch die Chancen, dass Russland möglichst schnell der Welthandelsorganisation (WTO) beitritt, schätzt Frank Schauff als klein ein: Russland werde nicht so bald einlenken. Zurzeit läuft ein Beitrittsverfahren.

Andere Spielregeln

Russland besitze durchaus Möglichkeiten zu einem grösseren Wirtschaftswachstum. Das Land bleibe interessant für ausländische Investoren – wenn auch andere Spielregeln herrschten und die Unternehmer darauf vorbereitet sein müssten, wie Schauff sagte.

Johann Schneider-Ammann weilt seit gestern zu einer viertägigen Wirtschaftsreise in Russland. Auf der Agenda stehen Gespräche mit mehreren russischen Ministern. Heute trifft Schneider-Ammann den russischen Minister für Industrie und Handel, Wiktor Khristenko.

Wichtigster Programmpunkt der Reise ist die Teilnahme des Schweizer Wirtschaftsministers an einem Treffen von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey mit Russlands Präsidenten Dmitri Medwedew am Mittwoch. Auf der Gesprächsagenda stehen Handel, Finanzen und Investitionen. Auch die Mediation der Schweiz zwischen Russland und Georgien wird ein Thema sein.

SDA/wid

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