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Rega verliert Lufthoheit im Kanton Zürich

Von Luftrettern aus dem Aargau und aus Deutschland erhält die Rega in Zürich nun Konkurrenz.

Die Konkurrenz der Rega ist zwar noch klein, aber hartnäckig.
Die Konkurrenz der Rega ist zwar noch klein, aber hartnäckig.
Rega

Wer an Luftrettung denkt, denkt an die Rega. Die Schweizerische Rettungsflugwacht prägt das Bild einer sicheren Bergung von Unfallopfern oder der Rettung aus der Bergnot.

Lange war sie die unangefochtene Nummer eins, auch im Kanton Zürich. So meldete Schutz und Rettung noch vor fünf Jahren: «Das primäre Einsatzmittel für die Luftrettung im Kanton Zürich ist nach wie vor die Rega ab ihrem Stützpunkt in Dübendorf.»

Drei statt ein Player

Doch inzwischen hat sich die Lage geändert, neue Konkurrenten sind auf dem Markt aufgetaucht, und die Rega hat ihre Lufthoheit im Kanton Zürich verloren – offiziell per 1. Juli 2018. Nun gilt für Schutz und Rettung nicht mehr «Rega First», sondern das Nächst-Best-Prinzip. Und dieses erfüllt nicht immer die Rega. Deshalb stellt der Kanton der Rega zwei Konkurrenten gleich: die Alpine Air Ambulance mit Sitz im Aargauer Birrfeld und die deutsche DRF Luftrettung. Sie können von Schutz und Rettung im Notfall gleichwertig wie die Rega gerufen werden.

Aus Sicht von Schutz und Rettung ist das eine gute Sache. Sprecher Urs Eberle sagt: «Die Disponenten der Einsatzleitzentrale sehen nun im System die verfügbaren Helikopter von drei Organisationen, der Rega, der Alpine Air Ambulance und der DRF. Daraus wählen sie das am schnellsten verfügbare Rettungsmittel für den jeweiligen Einsatz.» Es sei bestimmt schon vorgekommen, dass die Rega in unmittelbarer Nähe kein Rettungsmittel zur Verfügung hatte. Nun könnten im Notfall auch die beiden anderen Anbieter herbeigezogen werden.

Rechnung für Rega-Gönner

Für die Patientinnen und Patienten bedeutet das, sie erhalten die schnellstmögliche Bergung, nachher aber allenfalls auch eine hohe Rechnung. Das zeigt ein tragischer Fall aus dem Kanton Aargau. Dort ist die Luftrettung schon länger liberalisiert als im Kanton Zürich. Ein junger Mann musste ins Spital geflogen werden, verstarb und die Eltern bekamen laut der «Aargauer Zeitung» eine Rechnung über 1500 Franken. Sie konnten das nicht verstehen, war ihr Sohn doch Rega-Gönner. Mit dieser Gönnerschaft sind Einsätze der Rega abgegolten. Allerdings nicht jene einer anderen Flug-Rettungsgesellschaft.

Ein solcher Fall könne im Kanton Zürich natürlich nun auch vorkommen, sagt Urs Eberle von Schutz und Rettung. Man könne im Kanton Zürich nicht mehr davon ausgehen, dass immer ein Rega-Helikopter komme, wenn eine Luftretter gerufen werde, sagt Eberle. Bei dem Entscheid stünden das Wohl und die schnelle Rettung des Patienten im Vordergrund, nicht wirtschaftliche Interessen. Und wenn es um Minuten gehe, könne man auch nicht zuerst abklären, ob ein Patient eine Rega-Gönnerschaft habe.

Rega nimmt Konkurrenz gelassen

Als die Rega vor einigen Jahren ihre Vormachtstellung im Kanton Aargau verloren hat, gingen die Wogen hoch. Die Situation im Kanton Zürich nimmt die Rega nun gelassen. «Für uns ändert sich nichts», sagt Rega-Sprecher Harald Schreiber. Die Rega sei weiterhin zum Wohl der Schweizer Bevölkerung im Einsatz, rund um die Uhr mit ihren 17 Helikoptern. 2017 flog sie schweizweit insgesamt über 11'700 Einsätze, von Dübendorf aus in den letzten Jahren jeweils zwischen 900 und 1000 Einsätze. Die Konkurrentin Alpine Air Ambulance brachte es von ihrem einen Stützpunkt in Birrfeld 2017 auf über 930 Einsätze.

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