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Rätsel um verschwundene Kunstsammlung

Vor über zehn Jahren verstarb in der Schweiz das griechische Reeder-Ehepaar Goulandris. Seine Sammlung von 80 Meisterwerken ist seither unauffindbar. Eine Spur führt nach Grossbritannien.

Befand sich in der Sammlung Goulandris: Stillleben mit Kaffeekanne von Vincent van Gogh.
Befand sich in der Sammlung Goulandris: Stillleben mit Kaffeekanne von Vincent van Gogh.

Über 80 Meisterwerke einer Sammlung aus der Schweiz mit einem geschätzten Wert von zwei Milliarden Franken sind unauffindbar. Dies berichtet die «SonntagsZeitung». Im Konvolut befinden sich über zehn Picassos, drei Braques, fünf Cézannes, mehrere Gemälde von Degas, Skulpturen von Giacometti, ein Triptychon von Francis Bacon, Werke von Kandinsky, Van Gogh, Klee, Pollock, Rodin und Miró.

Die Kunstwelt ist über das Verschwinden der Sammlung entsetzt. Die Werke, obwohl im Privatbesitz, sind ein Teil des Weltkulturerbes. Sie gehörten dem griechischen Reeder-Ehepaares Goulandris, das vor über zehn Jahren in der Schweiz verstarb. Seither ist unklar, wo sich die Werke befinden.

Waadt entgehen Millionen an Erbschaftssteuern

Zwei Chagalls sind 2005 verkauft worden. Wohin der Erlös floss, weiss man nicht. Recherchen der «SonntagsZeitung» haben ergeben, dass im Jahr 2004 eine 300 Kilogramm wiegende Sendung mit Bildern der Fondation Goulandris die Schweiz in Richtung Grossbritannien verlassen hat. Eine Weitere 55-Kilo-Ladung folgte letzten Juli.

Bis heute sind die Werke der Waadtländer Erbschaftssteuer entgangen. Der Kanton hätte gemäss der Wertschätzung rund 160 Millionen Franken zugute. Inzwischen ist nachgewiesen, dass der Vertrag, mit dem die Goulandris die Bilder angeblich 1985 verkauft haben, manipuliert wurde. Das Papier dieses Vertrags gab es damals noch gar nicht. Jetzt laufen in Lausanne Untersuchungen für einen Zivil- und einen Strafprozess.

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