Prominente fordern Aufnahme von 50'000 Flüchtlingen

Die Schweiz soll sich mehr gegen das menschliche Elend auf der Balkanroute einsetzen. Dazu drängt ein Appell Westschweizer Gewerkschafter.

Auch er hat den Appell unterschrieben: Der Langenthaler Schriftsteller Pedro Lenz in Olten. (3. September 2015)

Auch er hat den Appell unterschrieben: Der Langenthaler Schriftsteller Pedro Lenz in Olten. (3. September 2015)

(Bild: Keystone Alessandro della Valle)

Über 70 Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur haben am Samstag einen Appell für die schnellstmögliche Aufnahme von 50'000 Flüchtlingen in der Schweiz lanciert. Sie veröffentlichten den Appell in der Tageszeitung «Tribune de Genève».

Der Appell wurde gleichentags auch online aufgeschaltet. Darin werden im Speziellen Städte dazu aufgerufen, sich dem Netzwerk der «Städte der Zuflucht» anzuschliessen, welche Flüchtlinge aufnehmen.

Eine Initiative von Westschweizer Gewerkschaftern

Unter den Unterzeichnern sind Regierungsräte wie Antonio Hodgers (Grüne/GE), etliche Bundesparlamentarierinnen und -parlamentarier, die Schriftsteller Adolf Muschg und Pedro Lenz sowie der Historiker Jakob Tanner und der ehemalige SP-Nationalrat und emeritierte Soziologieprofessor Jean Ziegler.

Der Appell geht auf Westschweizer Gewerkschafter zurück, die vor einigen Wochen an der serbisch-kroatischen Grenze waren. Dort wurden sie den Angaben gemäss Zeugen des immensen Leids der Flüchtlinge auf der ganzen Balkanroute. Mit der Schliessung der Balkanroute lebten diese Flüchtlinge in einer humanitären Notlage. In Griechenland würden sie unter katastrophalen Bedingungen festsitzen. «In ein paar Wochen wird deren Zahl 100'000 übersteigen», wie es im Appell heisst. Deswegen müsse die Schweiz einen Beitrag leisten, um die Flüchtlinge rasch in Europa aufzunehmen.

mch/sda

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