Pro Kopf und Tag eineinhalb Deziliter Bier

Hierzulande wird immer weniger Bier getrunken. Das verschärft den Konkurrenzkampf unter den Brauereien.

In der Schweiz wird so wenig Bier getrunken, wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Konkurrenzkampf unter den Brauereien steigt.

In der Schweiz wird so wenig Bier getrunken, wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Konkurrenzkampf unter den Brauereien steigt. Bild: Thomas Egli

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

55,5 Liter Bier wird in der Schweiz pro Person und Jahr getrunken. Das sind 1,5 Deziliter pro Tag – so wenig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Und dies obwohl die Mikrobrauereien einen Boom erleben. Doch mengenmässig wurde im vergangenen Braujahr (Oktober 2015 bis September 2016) weniger getrunken als in den 12 Monaten zuvor: Der Konsum sank um 0,6 Prozent – trotz Bevölkerungswachstum und trotz der Fussball-Europameisterschaft, welche dem Bierkonsum zuträglich ist.

Während der Schweizer Brauerei-Verband letztes Jahr den Einkaufstourismus und das zu heisse Wetter für das damalige Minus verantwortlich machte, gibt er heuer den nasskalten Frühling und Sommeranfang als Grund für das Minus an.

Erneut haben die Bier-Importe gegenüber der inländischen Produktion Marktanteile gewonnen. Inzwischen wird über ein Viertel des hierzulande konsumierten Biers importiert. Dies geht vor allen auf Kosten der grossen Braukonzerne. So sind die Absatzmengen von Feldschlösschen (inkl. Cardinal, Gurten-Bier, Hürlimann, Valaisanne und Warteck) und Heineken Schweiz (inkl. ­Calanda, Eichhof und Ittinger) unter Druck geraten. Trotzdem bleiben die beiden Konzerne mit Marktanteilen von 34 bzw. 18 Prozent die unangefochtenen Marktführer.

Feldschlösschen zieht nach

Auch die regionalen Brauereien konkurrenzieren die beiden Grossbrauereien. Die gebrauten Mengen der drei grössten bernischen Brauereien – Rugenbräu, Egger und Felsenau – sind zwar leicht gesunken oder gleich geblieben. Doch die Verfolger haben zugelegt, insbesondere die Gasthausbrauerei in Burgdorf (Burgdorfer Bier), die 13 Prozent mehr produziert hat als im vorangehenden Braujahr. Dies auch dank einer verstärkten Präsenz in den Regalen von Coop, wo das Bier aus der Region offenbar guten Absatz findet.

Feldschlösschen, eine Tochter des global tätigen Bierkonzern Carlsberg, will seine Stellung im schrumpfenden Markt verteidigen: Man gehe davon aus, dass die Nachfrage nach Bierspezialitäten weiter steige, schreibt Sprecherin Gabriela Gerber. «Auch wir haben Antworten auf diese Trends gefunden. Wir brauen beispielsweise heute über 40 verschiedene Biere und bieten damit die grösste Biervielfalt in der Schweiz an.» So ist die Feldschlösschen-Tochter Valaisanne letztes Jahr auf den Craft-Bier-Zug aufgesprungen und hat eine Linie in diesem Stil lanciert.

Mehr ambitionierte Kleinbrauer

Während die grossen Brauer schon immer mit harten Bandagen (und Knebelverträgen) um Kunden gekämpft haben, verschärft sich die Konkurrenz nun auch bei den regionalen Brauereien, wie Peter Kläfiger, Geschäftsführer der Brau AG in Langenthal (Hasli-Bier), schreibt: «Während das Ziel vor ein paar Jahren noch war, den ganz grossen einen Teil ihrer Kundschaft abzuwerben, hat heute der Konkurrenzkampf leider auch auf die Lokalbrauereien übergegriffen.» Auch die jährliche «Bund»-Rangliste der bernischen Brauereien zeigt, dass immer mehr professionelle und halbprofessionelle Brauer auf den Markt drängen. (Der Bund)

Erstellt: 23.11.2016, 08:57 Uhr

Artikel zum Thema

Trotz sinkendem Bierdurst steigt die Zahl der Brauereien

Der Branchenverband rechnet mittelfristig mit einer weiteren Zunahme. Die Hürden für Einsteiger sind tief. Mehr...

Abo

Das digitale Monatsabo für Leser.

Nutzen Sie den «Bund» digital ohne Einschränkungen. Für nur CHF 32.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Welttheater Splitter

Sweet Home Atemberaubendes Küstenhaus

Die Welt in Bildern

Auch ein Rücken kann entzücken: Ein Elefant zeigt sich im Joburg Zoo in Johannesburg nicht gerade von der besten Seite (18. August 2017).
(Bild: Kim Ludbrook) Mehr...