Zum Hauptinhalt springen

Patienten müssen Kunstfehler beweisen können

Das Bundesgericht spricht einen Arzt frei, dessen Patientin seit der Entbindung an Inkontinenz leidet. Patientenschützerin Kessler ist schockiert über das Urteil.

Ärztliche Kunstfehler: Gemäs Patientenschützer haben Opfer vor Gericht kaum Chancen. Bild: Keystone/Gaetan Bally
Ärztliche Kunstfehler: Gemäs Patientenschützer haben Opfer vor Gericht kaum Chancen. Bild: Keystone/Gaetan Bally

Im Juni 1993 nahm ein in der Stadt Zürich praktizierender Gynäkologe während des Geburtsvorgangs bei einer Patientin einen Dammschnitt vor. Dennoch erlitt die Frau einen Dammriss. Dieser wurde vom Arzt zwar genäht, allerdings klagt die Patientin seit der Entbindung über Stuhlinkontinenz. Der Grund liegt darin, dass der Arzt einen sogenannt höhergradigen Dammriss nicht entdeckte. 2005 klagte die Frau gegen den Gynäkologen wegen unsorgfältiger Vorgehensweise während und nach der Geburt. Er habe einen Riss im Schliessmuskel nicht entdeckt. Das Zürcher Bezirksgericht gab der Frau teilweise recht und verpflichtete den Arzt zu einer Genugtuungszahlung von 60?000 Franken.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.