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«Papiermillionäre werden zu normalen Bürgern zurückgestuft»

Vielen Walliser Banken dienen Baugrundstücke als Sicherheit für Hypokredite. Sollte das neue Raumplanungsgesetz beim Volk durchkommen, könnten Finanzinstitute aber ins Straucheln kommen.

Früher war freies Bauland eine Goldgrube, heute könnte es zum Problem für Banken werden: Blick auf die Walliser Ortschaft Leukerbad. (Archivbild 2005)
Früher war freies Bauland eine Goldgrube, heute könnte es zum Problem für Banken werden: Blick auf die Walliser Ortschaft Leukerbad. (Archivbild 2005)
Keystone

Im Sommer hat das Parlament die Revision des Raumplanungsgesetzes verabschiedet. Dagegen hat der Schweizerische Gewerbeverband Anfang Oktober das Referendum ergriffen. Für besonderen Unmut sorgte der Beschluss des Parlaments unter anderem auch, weil mit der Gesetzesänderung die Baulandreserven beschränkt und den Eigentümern eine Entschädigung ausbezahlt werden muss. Nun zeigt ein Bericht in der «Aargauer Zeitung/Nordwestschweiz», dass damit auch die Banken in die Bredouille geraten könnten.

Denn, wie der Hotelier Art Furrer gegenüber der Zeitung sagt, sei es im Wallis üblich, den Boden zu belehnen: «Die Praxis, Grundstücke als Sicherheit und realen Gegenwert für Hypothekarkredite zu akzeptieren, war und ist weitverbreitet», erklärt er. Problematisch könnte dies für die Banken vor allem deshalb werden, weil das Raumplanungsgesetz, die angenommene Zweitwohnungsinitiative und die Lex Koller, die vermutlich doch nicht abgeschafft wird, den Wert der Grundstücke schmälert. Denn in vielen Gemeinden reichen die Baulandreserven für die nächsten 50 Jahre, laut Raumplanungsgesetz darf der Bestand aber für maximal 15 Jahre vorhanden sein.

Banken wiegeln ab

Weil zwei von drei Wallisern Grundstückbesitzer sind, könnten über den Walliser Banken bald düstere Wolken aufziehen. Jacqueline Badran sagt gegenüber der Zeitung: «Hunderte Papiermillionäre werden faktisch zu normalen Bürgern zurückgestuft», sagt die Zürcher SP-Nationalrätin. Zahlreiche Banken stünden vor spektakulären Buchverlusten, welche diese in eine schwere Krise stürzen könnten, meint die Ökonomin.

Bankenvertreter schätzen die Lage aber weniger dramatisch ein, wie beispielsweise Jean-Yves Pannatier, Marketing- und Kommunikationschef bei der Walliser Kantonalbank, gegenüber der Zeitung sagt. «Wir haben die Lage im Griff», zeigt er sich überzeugt. Auch Hugo Berchtold, Präsident des Regionalverbandes der Oberwalliser Raiffeisenbanken, zeigt sich optimistisch. «Von sinkenden Preisen sind die Walliser Banken nicht alleine betroffen. Das ist ein schweizerisches Problem», findet er. Laut Auskunft von Art Furrer versuchen nun aber bereits erste Banken, neues Geld für die Belehnung von ihren Kunden zu verlangen oder die Zinsen zu erhöhen, was aufgrund langfristiger Verträge aber nicht so einfach sei, erklärt er.

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