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Olympia-Initianten wollen kein Geld von Christian Constantin

Nach der Faustschlag-Affäre sollen andere Investoren die Kandidatur Sion 2026 unterstützen.

Christian Constantin bei einer Präsentation des Sion-2026-Projekts in Sitten. (8. Juni 2017) Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone)
Christian Constantin bei einer Präsentation des Sion-2026-Projekts in Sitten. (8. Juni 2017) Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone)

Die Attacke des FC-Sion-Präsidenten Christian Constantin auf Teleclub-Experte Rolf Fringer hat Folgen für das Projekt Sion 2026. Constantin, der zu den Initianten der Schweizer Bewerbung für die Olympischen Winterspiele zählt, sagte dem Organisationskomitee (OK) eine private Spende von rund 500'000 Franken zu. Nach der Faustschlag-Affäre will das OK die Spende nicht mehr beanspruchen. «Wir verzichten auf diesen Beitrag», sagt SP-Ständerat und OK-Vizepräsident Hans Stöckli.

Die Kandidatur (Gesamtbudget: 24 Millionen Franken) befinde sich aber nicht in Schräglage. Man habe bereits andere Geldgeber aufgetrieben und führe weiter Gespräche. «Es wird kein Finanzloch geben», so Stöckli. Constantin war bis September ein aktives Mitglied des OK und stellte ihm auch seinen Privatjet zur Verfügung. Er hat sich inzwischen aber zurückgezogen.

Der Zeitpunk ist für die Promotoren von Sion 2026 heikel. Insidern zufolge wird der Bundesrat heute ein zweites Mal darüber diskutieren, ob die Eidgenossenschaft die Ausrichtung der Winterspiele in den Kantonen Wallis, Bern, Waadt und Freiburg mit rund einer Milliarde Franken unterstützt.

Der Entscheid wird mit Spannung erwartet: Letzte Woche ist Sportminister Guy Parmelin im Bundesrat mit seinem Antrag aufgelaufen, namentlich am Widerstand von Bundesrätin Simonetta Sommaruga. Sie bezweifelt, dass der Bund angesichts von knappen Mitteln und anstehenden Grossinvestitionen eine Milliarde Franken für die Olympischen Spiele entbehren kann.

Kritik der Finanzverwaltung

Auch die Kassenhüter des Bundes und externe Experten äusserten intern Kritik am Projekt Sion 2026, wie bundesratsnahe Quellen bestätigen. Gestützt auf ein externes Gutachten beanstandete die Eidgenössische Finanzverwaltung, dass die Finanzierung einiger Sportstätten und des Olympiadorfes nicht ausreichend geregelt sei.

Zweifelhaft ist, ob genügend private Investoren für Sion 2026 gefunden werden können. Falls nicht, könnten Nachforderungen auf Bund und Kantone zukommen. Vorbehalte gibt es auch bezüglich der Verteilung der Kosten zwischen Bund und Kantonen. Der Bund soll für über 75 Prozent der öffentlichen Beiträge aufkommen.

Obwohl die Kritik aus Ueli Maurers Finanzdepartement kam, hat dieser die Einwände im Bundesrat nicht aktiv eingebracht. Diese Untätigkeit ärgert SP-Präsident Christian Levrat. «Ein Finanzminister, der 9 Milliarden Franken für neue Kampfjets oder eine Milliarde für eine Olympiakandidatur einfach durchwinkt, nimmt seine Aufgabe nicht ernst.» Bei der Bildung, den Renten und den Prämienverbilligungen dränge Maurer permanent auf Kürzungen. Die Projekte Parmelins prüfe er dagegen kaum.

Video – Constantins Angriff auf Fringer

Der Sion-Präsident wurde nach dem Spiel gegen Lugano handgreiflich. (Video: Tamedia mit Material von Teleclub)

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