Olympia-Fans geben sich nicht geschlagen

Trotz des Walliser Neins zu Sion 2026 ist ein neuer Anlauf für eine Schweizer Kandidatur nicht vom Tisch.

Er gehörte gestern zu den Verlierern: Der Berner Ständerat Hans Stöckli, der dem Kampagnen-Komitee für die Olympischen Spiele 2026 angehört.
Stefan Häne@stefan_haene
Gregor Poletti@tamedia
Philippe Reichen@PhilippeReichen

Das Projekt Sion 2026 ist gestorben. Die Walliser Stimmbevölkerung hat gestern den kantonalen Kredit in der Höhe von 100 Millionen Franken für die Kandidatur der Olympischen Winterspiele 2026 abgelehnt. Das Organisationskomitee wird die Kandidatur deshalb nicht einreichen – ein Entscheid, den der Bundesrat unterstützt, wie das VBS, das Departement von Sportminister Guy Parmelin (SVP), gestern mitgeteilt hat. Der Bundesrat will das Volksverdikt gegen Sion 2026 nun analysieren. Als Votum gegen den «olympischen Geist» in der Schweiz deutet er es aber nicht.

In der Schweiz unerwünscht?

Nachdem auch das Stimmvolk im Kanton Graubünden 2013 und 2017 Olympiapläne verworfen hat, stellt sich jedoch die Frage, ob die Schweizer Bevölkerung schlicht keine Olympischen Winterspiele im eigenen Land wünscht. Für die Gegner im linken Lager ist klar, dass Kandidaturen für die nächsten 25 Jahre tabu sein müssen. Winterspiele in den Alpen seien höchstens denkbar, wenn das Internationale Olympische Komitee den Anlass redimensioniere und nachhaltiger gestalten werde, sagt SP-Nationalrätin Silva Semadeni.

Bürgerliche Parlamentarier wollen jedoch nicht so lange zuwarten. Die Zeit für eine etwaige neue Kandidatur, die nun verstreichen soll, beziffern sie von einigen wenigen bis zu zehn Jahren. Den olympischen Traum wollen sie nicht begraben. «Es wäre gut, wenn die Winterspiele wieder einmal in der Schweiz stattfänden», sagt FDP-Ständerat Ruedi Noser.

Nach dem Walliser Entscheid wird auch der geplante Bundesbeitrag von einer Milliarde Franken hinfällig – was Begehrlichkeiten weckt. In der SP zirkuliert die Idee, 100 Millionen davon für Skilager einzusetzen. Doch wie das VBS klarstellt, war der Olympiakredit des Bundes an die Vergabe der Spiele an die Schweiz gebunden. Es gebe daher kein Geld zu verteilen.

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