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Neuwagen waren 2019 klimaschädlicher als im Vorjahr

Die Schweizer Neuwagen stossen seit 2017 wieder mehr CO2 aus. Dabei müsste es in die andere Richtung gehen – von diesem Jahr an erst recht.

Autoimporteure mussten 2018 Strafzahlungen in der Höhe von 31 Millionen Franken bezahlen. Foto: Keystone
Autoimporteure mussten 2018 Strafzahlungen in der Höhe von 31 Millionen Franken bezahlen. Foto: Keystone

Klimadebatte hin oder her: Die Lust der Schweizer auf neue Autos ist ungebrochen. Im letzten Jahr sind 311'500 neue Personenwagen auf hiesigen Strassen dazugekommen. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Plus von rund 4 Prozent. Der Automarkt der Schweiz und von Liechtenstein habe das Jahr 2019 besser als erwartet beendet, resümierte Auto-Schweiz, die Vereinigung der Schweizer Autoimporteure, am Montag.

Schlechter als politisch erwünscht präsentiert sich dagegen die Klimabilanz. Die Neuwagen haben letztes Jahr durchschnittlich 138,8 Gramm CO2 pro Kilometer ausgestossen. Das ist zwar etwas weniger als in den Monaten Januar bis September (139,6), wie es diese Zeitung in einer Zwischenbilanz errechnet hatte. Der Wert ist aber noch immer höher als 2018 (137,8). Das Bundesamt für Energie (BFE) bestätigt die Zahl, betont aber, diese sei erst provisorischer Natur und befinde sich im «Bereinigungsprozess». Der leichte Rückgang gegenüber den ersten drei Quartalen im 2019 erklärt sich in erster Linie mit der Zulassung besonders vieler Elektrofahrzeuge im Dezember.

Verschärfter Grenzwert

Der CO2-Ausstoss der Neuwagen kletterte damit nach 2017 und 2018 weiter in die Höhe, nachdem er zuvor Jahr für Jahr um durchschnittlich etwa 3 Prozent gesunken war. Der Trend müsste jedoch in die andere Richtung gehen. Bereits seit 2015 dürfen die CO2-Emissionen die 130-Gramm-Grenze nicht übersteigen. Importeure, welche die Vorgabe des Bundes nicht erfüllen, müssen Strafzahlungen leisten. Im letzten Jahr waren es gut 31 Millionen Franken, heuer dürfte der Betrag ähnlich hoch ausfallen.

In Zukunft könnte es für die Importeure deutlich teurer werden. Ab diesem Jahr gilt – wie in der Europäischen Union – ein verschärfter Grenzwert von 95 Gramm pro Kilometer. Erreichen lässt sich diese Vorgabe nur, wenn die verkauften Neuwagen leichter und damit weniger CO2-intensiv werden. Mittlerweile ist hierzulande mehr als jeder zweite Neuwagen ein schweres Fahrzeug mit Allradantrieb. Auch werden seit dem Dieselskandal die – weniger CO2-intensiven – Dieselwagen seltener verkauft. Negativ ins Gewicht fällt schliesslich das neue Testverfahren WLTP, das den realen CO2-Ausstoss der Fahrzeuge genauer als bislang abbilden soll.

Verbesserung auf dem Papier

Der Branche muss es zudem gelingen, die steigenden Verkaufszahlen bei den E-Autos weiter in die Höhe zu treiben. Auto-Schweiz hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der sogenannten Steckerfahrzeuge bis 2020 auf 10 Prozent zu steigern, also rein elektrische Modelle und Plug-in-Hybride. Heute sind es 5,6 Prozent. Auto-Schweiz geht davon aus, das selbst gesteckte Ziel zu erreichen. E-Autos erzeugen beim Fahren kein CO2, sie gelten deshalb als Null-Emissions-Fahrzeuge und verbessern die Bilanz der Neuwagenflotte erheblich.

Hilfe erhält die Branche auch aus der Politik. Denn 2020 bleiben die dreckigsten 15 Prozent der Neuwagen von den Berechnungen ausgeklammert. Durch dieses sogenannte Phasing-in verbessert sich für die Importeure die CO2-Bilanz deutlich – zumindest auf dem Papier.

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