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Nationalrätin will Strassenstrich verbieten

Die Auswüchse der Prostitution am Zürcher Sihlquai sind längst ein Politikum. Jetzt kommt ein Vorschlag aus dem Kanton Aargau.

«Unhaltbare Zustände»: Prostituierte am Zürcher Sihlquai.
«Unhaltbare Zustände»: Prostituierte am Zürcher Sihlquai.
Keystone

«Ich war schockiert», sagt die Aargauer Nationalrätin Sylvia Flückiger. Damit meint die SVP-Politikerin die Zustände am Zürcher Sihlquai. Vor etwa drei Wochen sei sie eines Abends mit dem Auto an der Prostituiertenmeile vorbeigefahren, erzählt die Nationalrätin in einem Interview mit der «Aargauer Zeitung». Als sie die fast nackten Prostituierten gesehen habe, habe sie realisiert, welche Auswüchse der Strassenstrich am Sihlquai inzwischen angenommen habe. «Ich war erschüttert, weil ich mit eigenen Augen gesehen habe, wie die Frauen als Konsumartikel - nein, vielmehr als Wegwerfartikel - behandelt werden.» Sie äussert die Befürchtung, dass sich dieses Phänomen in der ganzen Schweiz ausbreiten werde. «Wir müssen handeln, ehe es zu spät ist.»

Solche Zustände wie am Zürcher Sihlquai, «die unseres Landes unwürdig sind», will die SVP-Nationalrätin mit einem Verbot beseitigen. Dieses soll landesweit gelten. Ein entsprechendes Postulat wird sie demnächst im Parlament einreichen. Wie sie im Zeitungsinterview erklärt, befürchtet sie nicht, dass die Prostitution noch stärker in die Illegalität gedrängt wird - «wenn der Gesetzgeber gleichzeitig dafür sorgt, dass Prostitution nur noch in dafür vorgesehenen Etablissements erlaubt ist.» Dann könne man die Prostitution besser kontrollieren.

Fachleute widersprechen

Nach Ansicht von Fachleuten würde ein Verbot der Strassenprostitution keinen Sinn machen, wäre sogar kontraproduktiv. Der Strassenstrich müsse vielmehr eingedämmt und dadurch kontrollierbar gemacht werden, sagt Rolf Vieli gemäss dem Zeitungsbericht. Vieli ist beim Stadtzürcher Polizeidepartement zuständig für das Projekt «Langstrasse Plus» und den Bereich Rotlicht. Erst bei einem kontrollierbaren Strassenstrich könnten die Prostituierten geschützt und der Menschenhandel unterbunden werden, so Vieli.

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