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Muslime postieren Minarett vor dem Bundeshaus

Mehrere Hundert Muslime versammelten sich heute auf dem Bundesplatz zum «Tag gegen die Islamophobie und den Rassismus». Der umstrittene Nicolas Blancho trat mit einer kämpferischen Rede in Szene.

Ein Minarett aus Kunststoff steht am «Tag gegen Islamophobie und Rassismus» auf dem Bundesplatz in Bern.
Ein Minarett aus Kunststoff steht am «Tag gegen Islamophobie und Rassismus» auf dem Bundesplatz in Bern.
Keystone
Hafiz Sadiku eröffnete den Anlass mit einem Zitat aus dem Koran.
Hafiz Sadiku eröffnete den Anlass mit einem Zitat aus dem Koran.
Tobias Ochsenbein
Viele interessierte Muslime aus der ganzen Schweiz fanden heute den Weg nach Bern um am «Tag gegen Islamophobie und Rassismus» dabei zu sein.
Viele interessierte Muslime aus der ganzen Schweiz fanden heute den Weg nach Bern um am «Tag gegen Islamophobie und Rassismus» dabei zu sein.
Tobias Ochsenbein
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Aus der ganzen Schweiz versammelten sich am Samstagnachmittag mehrere Hundert Muslime auf dem Bundesplatz ein, um gemeinsam für ihre Rechte in der Schweiz zu demonstrieren. Organisiert hat diesen «Tag gegen Islamophobie und Rassismus» der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS). Der IZRS bezeichnete den Anlass vorgänging als «Grosskundgebung mit Festanteil». Nebst Informationsständen über den Islam gab es den auf dem Bundesplatz auch zahlreiche Verpflegungs- und Marktstände, sowie eine Hüpfburg mit Minarett-Türmen.

Als Referent trat unter anderem IZRS-Präsident Nicolas Blancho auf. In einer teils brisanten Rede warnte der Bieler davor, «Islamophobie und Rassismus zum guten Ton» verkommen zu lassen und sagte, es handle sich dabei um Verbrechen, die bekämpft werden müssen. «Wir sind weder fremde, noch Bürger zweiter Klasse in diesem Land», so Blancho weiter.

Mit Dialog und Kooperation, statt mit Provokation

Die Arbeitsgemeinschaft «Islamische Verbände Schweiz», IVS, beteiligte sich nicht an der Kundgebung, die der IZRS veranstaltet hat. In einer Mitteilung an die Medien schrieben die IVS vorgängig, dass sie sich zwar auch unmissverständlich gegen alle Formen der Diskriminierung und Islamophobie wende. «Doch sind wir der Meinung, dass unser Engagement gegen Islamophobie sich nicht der gleichen schrillen und verzerrenden Mittel bedienen darf», schreiben sie weiter.

Die «Islamischen Verbände Schweiz» seien davon überzeugt, dass es nur einen sinvollen Weg gegen die islamophoben Tendenzen in der Schweiz gebe, und das sei der geduldige, zuweilen schwierige Dialog mit den Behörden und der Öffentlichkeit. Dies produziere zwar weniger Aufsehen und Schlagzeilen als Aktionen wie jene der IZRS, doch liessen sich Vorurteile und Fehlinformationen besser abbauen als mit Provokationen und Streit.

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