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Mörgeli blitzt ab mit Forderung nach Strafverfahren

Christoph Mörgeli fordert ein Strafverfahren gegen seinen Chef an der Universität Zürich. Er sieht sich als Mobbingopfer. Doch die Universität Zürich stellt sich hinter Flurin Condrau.

Als Titularprofessor massiv in der Kritik: SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli.
Als Titularprofessor massiv in der Kritik: SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli.
Keystone

In der Sendung «Talk täglich» von TeleZüri verlangte Mörgeli gestern ein Strafverfahren gegen seinen Vorgesetzten Flurin Condrau. Die Vorwürfe in dessen Bericht über die Tätigkeit des Instituts (wir berichteten) seien persönlichkeitsverletzend. Mörgeli vermutet «Mobbing», «Neid» und eine «Schmutzkampagne gegen die SVP» als Motive hinter der Kritik an seiner Arbeit.

Die Universität Zürich nahm schriftlich zu den Aussagen Mörgelis Stellung. Sie hält fest, dass seit November 2011 eine ausserordentliche Leistungsbeurteilung der Tätigkeit von Prof. Christoph Mörgeli im Gange sei. Der Akademische Bericht des Medizinhistorischen Instituts werde nach Abschluss dieses Verfahrens veröffentlicht. Aus Sicht der Universität bestehe kein Anlass, gegen Prof. Flurin Condrau irgendein Verfahren einzuleiten.

In einem Interview mit der «Aargauer Zeitung» vom Freitag spricht Nationalrat Mörgeli erneut von «Mobbing, das seit längerem gegen mich läuft». Dahinter stecke «auch, aber nicht nur» sein Chef und Institutsleiter Flurin Condrau. Die Uni müsse handeln und ein Disziplinarverfahren gegen Herrn Condrau eröffnen. Dessen Bericht über seine Arbeit sei «fehlerhaft und verleumderisch und kann nicht als Grundlage für eine Beurteilung dienen». Zudem liege eine Weigerung vor, die persönlichkeitsverletzenden Passagen zu beseitigen.

«Zahlreiche Sonderausstellungen durchgeführt»

Mörgeli sieht sich als «eines von 10'000 Mobbingopfern in der Schweiz». Und: Das externe Expertenteam, das seine Arbeit untersucht, sei Teil eines Netzwerkes, das ihn aus dem medizinhistorischen Institut verdrängen soll. Er zieht im Gespräch mit der «Aargauer Zeitung» wiederholt sein Fazit über das Motiv seiner mutmasslichen Gegnerschaft: «Offenbar ist es zu viel, wenn ein SVP-Mitglied an der Uni arbeitet.»

Zu den Vorwürfen betreffend seine fachliche Kompetenz nimmt Mörgeli im Interview detailliert Stellung. Er habe zahlreiche Sonderausstellungen durchgeführt und das «Museum so lebendig gehalten». Dort, wo das Museum nicht mehr aktuell sei, zum Beispiel beim Thema Aids, habe er seit längerem Vorschläge präsentiert. Die Objektsammlung sei in seiner 27-jährigen Tätigkeit am Institut im Herbst 2011 zum ersten Mal kritisiert worden. Er habe sofort reagiert und einen Präparator beauftragt, die Präparate aufzufüllen.

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