Mit Trippelschritten in die digitale Zukunft

Die Gefahr im Cyberraum wächst. Die Politik des Bundesrats hält damit nicht Schritt.

Die Fortschritte beim Schutz der kritischen Infrastrukturen fielen bislang bescheiden aus. Im Bild das Kernkraftwerk Leibstadt. Foto: Thomas Egli

Die Fortschritte beim Schutz der kritischen Infrastrukturen fielen bislang bescheiden aus. Im Bild das Kernkraftwerk Leibstadt. Foto: Thomas Egli

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Bald ist es wieder so weit. Ende Oktober werden mehrere Bundesräte einen Tag lang auf die Schweiz losgelassen. Ihre Mission am Digitaltag: das skeptische Volk begeistern für die Digitalisierung. Werft ab alle Sorge und Qual.

Diese Volkserziehung ist suspekt. Umso mehr, als es derselbe Bundesrat war, der sich jahrelang beharrlich gegen die Erkenntnis sperrte, dass mit dem digitalen Umbruch auch ernst zu nehmende Gefahren verbunden sind. Nicht nur für die weniger qualifizierten Arbeitskräfte, deren Jobs die Digitalisierung bedroht. Sondern auch für die Sicherheit des Landes. Erst als unbekannte Hackergruppen in Rechner der Ruag, des Aussendepartements, des Verteidigungsdepartements und weiterer Bundesstellen eingedrungen waren, konnte sich die Landesregierung 2016 dazu durchringen, in der Cyberabwehr einen Gang höherzuschalten. 

Die Schweiz wägt noch immer die Vor- und Nachteile einer Meldepflicht für Cyberattacken ab.

Wenn der Bund nun einen Leitfaden präsentiert, der interessierten Schweizer Firmen helfen soll, ihre Cyberrisiken zu reduzieren, so ist das sicher begrüssenswert. Allerdings ruft die Verwaltung damit zugleich in Erinnerung, dass die Fortschritte beim sehr viel bedeutenderen Schutz der kritischen Infrastrukturen bislang bescheiden ausfielen.

Beispielsweise hat der Bundesrat vor über einem Jahr Interesse signalisiert, bei Atomkraftwerken, der Energieversorgung, der Telekommunikation und weiteren wichtigen und verwundbaren Infrastrukturen eine Meldepflicht für Cyberattacken einzuführen. Die Informationen aus den Betrieben würden es Fachleuten des Bundes ermöglichen, sich besser auf neue Gefahren einzustellen und die Schäden von Angriffen einzudämmen. Deutschland hat diesen Schritt bereits 2015 getan. Die Schweiz hingegen wägt noch immer die Vor- und Nachteile ab. Es scheint, als seien ausgerechnet jene Bundesräte, die öffentlich so gern über die Chancen der Digitalisierung referieren, überfordert von ihrer Dynamik.   (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 27.08.2018, 23:16 Uhr

Artikel zum Thema

Uneinigkeit bei der Cyberabwehr

Viele Unternehmen sind ungenügend gegen Attacken aus dem Internet geschützt. Der Bund will ihnen helfen – mit freiwilligen Massnahmen. Politiker zweifeln, dass das reicht. Mehr...

Dossiers

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Wettbewerb

Dank Hightech sicherer im Schnee unterwegs

Gewinnen Sie mit Bächli Bergsport und Mammut ein Lawinenverschütteten-Suchgerät der neusten Generation.

Kommentare

Werbung

Urban und trendy?

Mal im Selbstversuch, mal beim Ortstermin. Oft mit Nachgeschmack. Immer allumfassend.

Die Welt in Bildern

Unter Pausbacken: Eine Verkäuferin bietet an ihrem Stand im spanischen Sevilla Puppen feil. (13. November 2018)
(Bild: Marcelo del Pozo ) Mehr...