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Minimale Aufsicht ist notwendig

Es braucht gewisse gesetzliche Anforderungen an jene Organisationen, die mit Sterbehilfe Geld verdienen.

Es ist kein Zeichen von Fortschritt, wenn ein Staat jeden Bereich menschlichen Handels regelt. Gerade in der regulatorischen Zurückhaltung zeigt sich, für wie mündig der Gesetzgeber seine Bürger hält. Nun gibt es aber auch Fälle, in denen der Staat zu Recht Handlungsbedarf erkennt – aber vor der Komplexität der ­Materie kapituliert. Ein solcher Fall ist die Sterbehilfe. Bereits 2006 hatte der Bundesrat festgehalten, der «Sterbetourismus» als Folge der im internationalen Vergleich liberalen Schweizer Praxis schade dem An­sehen des Landes. Seither gab es mehrere Versuche, die Sterbehilfe gesetzlich zu regeln. Sie alle sind ge­scheitert, und die Sterbehilfeorganisationen boomen wie nie zuvor. Der gestrige Entscheid des Deutschen Bundestags wird diesen Boom noch verstärken.

Auch wenn es nachvollziehbar ist, dass Deutschland aus historischen Gründen bei der Suizidhilfe restriktiv vorgeht, mutet es befremdlich an, wenn europäische Länder Sterbehilfe schlicht verbieten. Ebenso befremdlich ist es jedoch, Suizidhilfeorganisationen ganz der Selbstregulierung zu überlassen. Sie sind in einem derart sensiblen Bereich tätig, dass eine minimale staatliche Aufsicht geboten ist.

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