Transporter fährt Militärpolizisten von Bern nach Sion und zurück

Eine Planänderung im VBS führt dazu, dass in Bern stationierte zivile Angehörige der Militärpolizei täglich nach Sitten chauffiert werden – auf Staatskosten. Die Reisezeit gilt als Arbeitszeit.

Zielort Flughafen Sion: Ein Kantonspolizist telefoniert vor dem Flughafengebäude in Sitten. (Archiv)

Zielort Flughafen Sion: Ein Kantonspolizist telefoniert vor dem Flughafengebäude in Sitten. (Archiv) Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

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In Sion hat die Armee den Militärflugplatz zwecks Sparmassnahmen aufgegeben. Als Ersatz erhält die Hauptstadt des Kanton Wallis die Ausbildung und das Kommando der Militärpolizei. Die frei werdenden Logistikbauten hätten frühestens anfangs 2018 bezogen werden sollen, das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat die Umsiedlung der Militärpolizei jedoch überraschend auf den 1. Oktober 2017 vorverlegt. Dies hat zur Folge, dass jetzt 16 von 29 zivilen Militärpolizisten bis zum Ablauf ihrer Arbeitsverträge täglich von Bern nach Sion und wieder zurück chauffiert werden müssen.

Wie die «Basler Zeitung» berichtet, wartet in Bern, am heutigen zentralen Standort der Militärpolizei, morgens vor Arbeitsbeginn ein Personentransporter und bringt die Angestellten an den 156 Kilometer entfernten Standort zu den Logistikbauten beim Flughafen Sion. Am frühen Abend geht es zurück. Die Alpenüberquerung, beziehungsweise -umfahrung erfolgt auf Kosten der Arbeitszeit, die täglich zweimal eine Stunde und 40 Minuten dauert. Gearbeitet wird maximal fünf Stunden und zehn Minuten. Ab 2018 keine Taxidienste mehr

Gemäss dem VBS habe die «Militärische Sicherheit» ab Oktober bis Ende Jahr den Transport organisiert, «um die personalrechtlichen Verpflichtungen zu erfüllen. Wenn ab kommenden Januar die neuen Arbeitsverträge und Strukturen in Kraft treten, seien diese Transporte nicht mehr nötig. Den 16 Nutzern des Transports steht es dann frei, zu kündigen oder den Arbeitsweg nach Sion selber zu organisieren.

Das VBS geht davon aus, dass die Teilnehmerzahl noch im Verlauf dieses Jahres sinken werde, wenn heutige Mitarbeitende andere Funktionen in Bern übernehmen würden. (nag)

Erstellt: 12.08.2017, 16:47 Uhr

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