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Mehr als doppelt so viele Schlepper an Schweizer Grenze verhaftet

Der Menschenschmuggel in der Schweiz nimmt zu: 196 Schlepper wurden im ersten Halbjahr an der Grenze aufgegriffen. Der Hotspot ist das Tessin.

Die Kontrollen wurden verschärft: Grenzwächter im Tessin.
Die Kontrollen wurden verschärft: Grenzwächter im Tessin.
Keystone

Im ersten Halbjahr 2014 hat das Grenzwachtkorps 196 Schlepper aufgegriffen. Das sind mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das zeigen neue Zahlen, die der «SonntagsZeitung» vorliegen.

Zwischen Januar und Juli 2013 gingen den Beamten 84 Schlepper ins Netz. Auch im letzten Monat hat der Menschenschmuggel in die Schweiz weiter sprunghaft zugenommen. 42 Fälle haben die Grenzwächter im August registriert und damit insgesamt bereits mehr als im ganzen letzten Jahr.

Hotspot der Schlepper ist das Tessin. Dort erwischten die Beamten knapp die Hälfte aller Menschenschmuggler. Grenzwachtkorps-Sprecher Attila Lardori führt die starke Zunahme vor allem auf den aktuellen Flüchtlingsstrom aus dem Süden zurück. In den vergangenen Monaten sind so viele Flüchtlinge aus Afrika in Südeuropa gelandet wie noch nie. «Je mehr Personen migrieren, desto mehr Schlepper sind tätig», sagt Lardori.

Die Grenzwächter haben Personal an der Südgrenze zusammengezogen und die Kontrollen verschärft. Der Grossteil der im laufenden Jahr gefassten Schlepper (83) stammt aus Eritrea, von wo hierzulande zurzeit auch die meisten Asylsuchenden kommen. 28 aufgegriffene Menschenschmuggler hatten einen deutschen Pass, 16 einen italienischen und 13 einen syrischen. Lardori: «Die Schlepper sind ursprünglich oft aus dem gleichen Land wie die Geschleppten, leben aber in Europa und sind hier teilweise auch eingebürgert.» Sie würden jeweils mit Autos oder Kleinbussen zwei bis drei Landsleute über die Grenze holen und in oder durch die Schweiz schleusen.

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