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Mauro Dell'Ambrogio bleibt Staatssekretär für Bildung und Forschung

Nach der Affäre Boutellier hat das ausgebaute Staatssekretariat für Bildung und Forschung nun seinen neuen Chef. Es ist der Tessiner Mauro Dell'Ambrogio.

Bleibt im Amt: Mauro Dell'Ambrogio.
Bleibt im Amt: Mauro Dell'Ambrogio.
Béatrice Devènes / Pixsil

Der erste Staatssekretär für Bildung, Forschung und Innovation heisst Mauro Dell'Ambrogio. Der Bundesrat hat den Tessiner zum Leiter des Staatssekretariats ernannt, das 2013 aus der Zusammenführung von Berufs- und Universitätsbildung sowie Forschung unter einem Dach entsteht.

Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann, der vor zwei Wochen mit seinem ersten Wahlvorschlag – dem ETH-Professor und Verwaltungsratspräsidenten der Ammann Group, Roman Boutellier – im Bundesrat aufgelaufen war, hat nach eigenen Aussagen mit Mauro Dell'Ambrogio eine «gute und überzeugende Lösung» der umstrittenen Personalie gefunden.

Dell'Ambrogio sei eine überzeugende Wahl, sowohl in fachlicher als auch in menschlicher und politischer Hinsicht, sagte Schneider- Ammann vor den Medien. Als bisheriger Leiter des Staatssekretariats für Bildung und Forschung im Departement des Innern (EDI) und als früherer Leiter einer Fachhochschule bringe Mauro Dell'Ambrogio die nötigen Qualifikationen für die grosse Herausforderung mit.

Nicht zweite oder dritte Wahl

Der 59-jährige Jurist und Chefbeamte ist für Scheider-Ammann nicht zweite oder dritte Wahl. Dell'Ambrogio sei in der letzten Auswahl gewesen und habe das Assessment absolviert, das die letzten fünf Kandidaten – darunter auch Roman Boutellier – hervorragend bestanden hätten, sagte Schneider-Amman.

Er kenne Dell'Ambrogio bereits aus dem Militär und habe ihn nun in den letzten eineinhalb Jahren noch besser kennengelernt. Er sei überzeugt, dass er mit Dell'Ambrogio gut zusammenarbeiten könne. Diesem werde es dank der offenen Art gelingen, die zwei unterschiedlichen Kulturen der Berufs- und Fachhochschulbildung und der universitären Bildung und Forschung im neuen Staatssekretariat zusammenzuführen.

Dell'Ambrogios Wahl habe auch den Vorteil der Kontinuität. Zwar wird die Zusammenführung der verschiedenen Verwaltungseinheiten, die bisher im Innendepartement (universitäre Bildung und Forschung) und im Volkswirtschaftsdepartement (Berufsbildung) angesiedelt waren, vom früheren Generalsekretär des Umwelt und Verkehrsdepartements (Uvek), Hans Werder, geleitet.

Laut Schneider-Ammann wird Dell'Ambrogio an diesen Arbeiten aber beratend mitwirken, bevor er dann am 1. Januar 2013 den neuen Posten antritt.

Erklärungen zum Fall Boutellier

Dass er vor zwei Wochen dem Bundesrat zuerst Roman Boutellier zur Wahl vorgeschlagen hatte, begründete Bundesrat Schneider-Ammann mit dessen Nähe zur Industrie und der Berufsbildung. Damit in der Schweiz genügend Arbeitsplätze geschaffen würden, brauche es Innovation. Boutellier sei einer der Lehrer in diesem Land, der wisse, was Innovations- und Technologiemanagement bedeute.

Angesichts der heiklen Aufgabe, zwei unterschiedliche Kulturen unter einem Dach zu vereinen, hatte Schneider-Amman auch die Wahl einer Politikerin als eine Art Schiedsrichterin in Betracht gezogen.

Chassot nicht Kandidatin

Zu Beginn des Auswahlverfahrens hatte er nach eigenen Angaben etwa Kontakt zur Präsidentin der Erziehungsdirektorenkonferenz, der Freiburger Staatsrätin Isabelle Chassot. Sie habe ihm damals gesagt, dass sie nicht kandidieren wolle und könne, sagte der Volkswirtschaftsminister.

Erfolglos kandidiert hatte die heutige Direktorin des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie, Ursula Renold. Er bedauere diese Situation, sagte er und bezeichnete den Personalentscheid als den schwierigsten seines Berufslebens. Er würde sich freuen, wenn die «höchst qualifizierte und höchst engagierte» BBT-Leiterin der Berufsbildungslandschaft der Schweiz erhalten bliebe.

Erneute Kritik an Indiskretionen

Dass Mauro Dell'Ambrogio nach seiner Wahl sich nicht selber den Medien in Bern stellte, begründete Schneider-Ammann unter anderem mit der Gefahr einer Indiskretion. Der Staatssekretär sei auf Dienstreise in den USA.

Hätte er Dell'Ambrogio in die Schweiz zurückberufen, wäre dies bereits gestern über eine Indiskretion bekannt geworden, sagte Schneider-Ammann, der bei dieser Gelegenheit die Indiskretion zur Nicht-Wahl Boutelliers erneut mit scharfen Worten verurteilte.

Schneider-Ammann war wegen seines ersten Wahlvorschlags in den Medien teilweise scharf angegangen worden. Vorgeworfen wurde ihm nicht nur Vetternwirtschaft. Kritisiert wurde auch, dass Boutellier bereits 63-jährig ist und als ETH-Professor nicht zum Schiedsrichter zwischen Akademie und Fachhochschulen geeignet sei.

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