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Masse oder Klasse in den Kitas?

Geht der Weg in Richtung Billig-Krippen à la Otto Ineichen, oder soll die Professionalisierung weitergehen?

Die Anforderungen und Erwartungen an Kindertagesstätten steigen stetig: Aufnahme aus der Kita Altenberg.
Die Anforderungen und Erwartungen an Kindertagesstätten steigen stetig: Aufnahme aus der Kita Altenberg.
Valérie Chételat

Eigentlich ist es nur eine neue Ausbildung – eine unter vielen, die in letzter Zeit nach neuer Bildungssystematik geschaffen wurden. Doch das neue Studium Kindererziehung an Höheren Fachschulen wirft gesellschaftliche und politische Grundsatzfragen auf.

Seit letztem Jahr bietet die Berufs-, Fach- und Fortbildungsschule Bern (BFF) im Auftrag der Erziehungsdirektion den Ausbildungsgang «dipl. Kindererzieher(in) HF» an. Er ist auf der Tertiärstufe angesiedelt und gilt somit als höhere Berufsbildung, die in der Regel an eine Lehre oder einen Fachmittelschulabschluss anschliesst. Kindererzieherinnen und -erzieher HF werden künftig vor allem in Kindertagesstätten und Tagesschulen arbeiten und dort anspruchsvolle Aufgaben wie die Erarbeitung und die Umsetzung von pädagogischen Konzepten oder die Teamleitung übernehmen. Bern ist derzeit neben Zug der einzige Standort in der Deutschschweiz, der diese neuartige Ausbildung anbietet. Kindertagesstätten sind eine Boombranche. Bis jetzt liegt der Fokus jedoch immer noch auf dem quantitativen Ausbau des Angebots. Die neue Ausbildung für hoch qualifizierte Fachleute für familien- und schulergänzende Kinderbetreuung ist nun aber ein Schritt in Richtung Qualitätssteigerung und Professionalisierung. Nicht ohne Grund: An vorschulische Betreuungseinrichtungen wird verstärkt der Anspruch gestellt, dass sie die Kinder nicht nur betreuen, sondern auch erziehen und auf Kindergarten und Schule vorbereiten. Bei der Integration von Ausländern spielen sie zudem eine wichtige Rolle.

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