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«Man stelle sich vor: Ein Bundesrat im Vaterschaftsurlaub!»

SP-Justizministerin Simonetta Sommaruga sieht die Schweiz gesellschaftspolitisch im Rückstand – vor allem bei der Gleichstellung.

«Das Parlament hat ein gutes Gespür dafür, was die Bevölkerung will», sagt Simonetta Sommaruga. Foto: Raffael Waldner (13 Photo)
«Das Parlament hat ein gutes Gespür dafür, was die Bevölkerung will», sagt Simonetta Sommaruga. Foto: Raffael Waldner (13 Photo)

Sie wollen das Familienrecht modernisieren. Nun haben die Zürcher Stimmberechtigten die Initiative «Schutz der Ehe» mit 80 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Was leiten Sie daraus für die nationale Gesetzgebung ab?

Gegenwärtig laufen im eidgenössischen Parlament Diskussionen, ob man die Ehe für homosexuelle Paare öffnen könnte. Ein Entscheid ist noch nicht gefallen. Aber es gibt Signale wie das Zürcher Nein zur Initiative «Schutz der Ehe». Und selbst das katholische Irland hat die Ehe in einer Volksabstimmung auch für Homosexuelle geöffnet. Wir dürfen die Diskussion um die gleichgeschlechtliche Ehe aber nicht isoliert anschauen. Wir sind seit längerem daran, das Familienrecht an die veränderten gesellschaftlichen Verhältnisse anzupassen. Es gibt heute ganz unterschiedliche Formen des Zusammenlebens. Die Frage ist nicht, ob wir das gut oder schlecht finden. Die Frage ist, ob wir es uns ­leisten können, diese Realitäten zu ignorieren. Ich finde nicht.

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