Luzi Stamm befindet sich in ärztlicher Behandlung

Der Nationalrat ist am Montag trotz angekündigter Auszeit wieder in Bern aufgetaucht. Jetzt hat sich die SVP Aargau eingeschaltet.

SVP-Nationalrat Luzi Stamm befindet sich in ärztlicher Behandlung.

SVP-Nationalrat Luzi Stamm befindet sich in ärztlicher Behandlung.

(Bild: Keystone)

Obwohl SVP-Nationalrat Luzi Stamm (AG) seiner Kantonalpartei ausdrücklich und schriftlich seine Zustimmung gegeben hatte, dass er eine Auszeit nimmt, ist er am Montag wieder in Bern aufgetaucht. Ein Parteikollege überzeugte ihn, dass er in ärztliche Behandlung gehört.

Die SVP Aargau teilte am Montagabend mit, Nationalrat Thomas Burgherr habe Stamm so weit überzeugen können, dass er ihn in ärztliche Behandlung habe bringen können. Die Partei wünscht ihrem Kollegen gute Erholung und hofft, dass Stamm seine Tätigkeit als Nationalrat bald wieder aufnehmen kann.

Die SVP Aargau erinnert in ihrer Mitteilung daran, dass sie den Gesundheitszustand von Luzi Stamm «seit längerer Zeit mit wachsender Sorge» verfolge. Dies sei auch der Grund gewesen, weshalb sie ihn nicht mehr für die nächsten Wahlen nominiert habe.

Als die Situation am Wochenende auszuarten drohte, habe man mit Stamm zu dessen eigenen Schutz eine Auszeit vereinbart, an die sich der langjährige Nationalrat jedoch nicht gehalten habe. Am Montag erschien er wieder in Bern. Am Sonntag hatte Stamm in der Sonntagspresse noch erklärt, er habe keine gesundheitlichen Probleme.

Auffälliges Benehmen

Stamm hatte sich insbesondere bei zwei Gelegenheiten auffällig benommen in letzter Zeit. In der Wintersession war er mit einem Koffer mit einer Million Euro Falschgeld in der Wandelhalle des Bundeshauses unterwegs.

Anfang letzter Woche hatte er Aufsehen erregt, als er in Bern auf der Strasse ein Gramm Kokain für mehr als 40 Franken gekauft hatte. Mit der Aktion habe er die Politik aufrütteln wollen. Er sei erschüttert, wie einfach man mitten in Bern zu Drogen komme, sagte er zur Begründung.

Stamm ist seit 1991 Mitglied des Nationalrats, zuerst als Mitglied der FDP, nach einem Parteiwechsel dann in der SVP. Ursprünglich hatte seine Partei kommuniziert, sie habe ihn wegen der Altersregelung nicht mehr auf die Wahlliste gesetzt.

TA

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