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Luftwaffe steht ab 2017 jeden Tag im Einsatz

Die Zeiten, in denen der Luftpolizeidienst nur an Werktagen einsatzbereit ist, sind bald vorbei. Vorerst sind die Kampfpiloten aber weiterhin nur tagsüber im Dienst.

So sieht es für die Passagiere eines Flugzeugs aus, wenn eine Schweizer F/A 18 eine Kontrolle durchführt: Jet vor dem Flugzeugfenster.
So sieht es für die Passagiere eines Flugzeugs aus, wenn eine Schweizer F/A 18 eine Kontrolle durchführt: Jet vor dem Flugzeugfenster.
Keystone
Müssen immer wieder im Schweizer Luftraum eingreifen: FA-18 der Luftwaffe. (Archiv)
Müssen immer wieder im Schweizer Luftraum eingreifen: FA-18 der Luftwaffe. (Archiv)
Keystone
Bei dringenden Missionen geben die Piloten Gas: Dieser Jet knackt die Schallmauer (Archiv).
Bei dringenden Missionen geben die Piloten Gas: Dieser Jet knackt die Schallmauer (Archiv).
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Am Neujahrstag herrscht noch Schonfrist; aber ab dem 2. Januar 2017 müssen an 365 Tagen im Jahr von 8 bis 18 Uhr bewaffnete Flugzeuge einsatzbereit sein – auch an Wochenenden und Feiertagen.

Dies gab am Freitag das Verteidigungsdepartement (VBS) bekannt. Bei diesem Schritt handelt es sich um die zweite von vier Etappen im Ausbau der Einsatzbereitschaft des Luftpolizeidienstes. Diese wird im Rahmen des Projekts Luftpolizeidienst 24 (LP24) bis Ende 2020 kontinuierlich aufgebaut.

Ab dann sollen rund um die Uhr während 365 Tagen zwei bewaffnete Kampfjets einsatzbereit sein – innert höchstens 15 Minuten. Das Projekt LP24 geht auf eine Motion von alt Ständerat Hans Hess (FDP/OW) aus dem Jahr 2009 zurück.

24-Stundenbetrieb geplant

Der erste Schritt erfolgte anfangs 2016: Während 50 Wochen standen fortan zwei bewaffnete Flugzeuge an Wochentagen von 8 bis 18 Uhr bereit. Noch im vergangenen Jahr war die Luftwaffe lediglich zu Bürozeiten einsatzbereit.

Nun erfolgt mit der Ausdehnung der Bereitschaft auf 365 Tage der zweite Schritt. Ab 2019 – der dritte Schritt – sollen die Jets von 6 bis 22 Uhr bereitstehen. Ende 2020 folgt dann im Rahmen des vierten Schritts der Ausbau auf 24 Stunden während 365 Tagen.

Zusätzlich könne bereits vor Ende 2020 jederzeit bei Bedarf oder zufällig die Bereitschaft für beschränkte Zeit auf 24 Stunden pro Tag erhöht werden, heisst es in der Mitteilung des VBS.

«Hot»- und «Live»-Missions

Die beiden Flugzeuge werden für «Hot Missions» und «Live Missions» eingesetzt. Erstere sind Luftpolizeieinsätze auf Luftfahrzeuge, welche entweder die Lufthoheit verletzen, die Luftverkehrsregeln missachten oder sich in einem Notfall befinden.

Die «Live Missions» hingegen sind stichprobenartige Kontrollen von Staatsluftfahrzeugen, welche für das Überfliegen der Schweiz eine diplomatische Freigabe benötigen. Hauptstandort für das Projekt LP24 ist der Militärflugplatz Payerne VD. Während der dortigen Pistensperre wird entweder ab Emmen oder ab Meiringen geflogen.

100 zusätzliche Stellen

Für den Vollausbau Ende 2020 werden rund 100 zusätzliche Stellen bei Luftwaffe, Logistikbasis der Armee und Führungsunterstützungsbasis benötigt. Die Mehrkosten werden etwa 30 Millionen Franken pro Jahr betragen, wie der Bund bereits bekannt gegeben hat. Dieser Betrag setzt sich hauptsächlich aus Personalkosten, Kosten für die Flugsicherung und Betriebskosten zusammen.

Durch LP24 werde es in Zukunft bei Bedarf auch ausserhalb der bisher gewohnten militärischen Flugbetriebszeiten zu Flugbewegungen mit Kampfjets und teilweise auch zu Überschallflügen kommen, warnt das VBS. Dies sei nötig, um die Sicherheit im Luftverkehr permanent zu gewährleisten und die hoheitlichen Rechte der Schweiz rund um die Uhr durchzusetzen.

SDA/rub

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