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Laborkosten: Es geht auch günstiger

Santésuisse unterstützt das Bundesamt für Gesundheit im Bestreben, die Kosten für Laboranalysen zu senken. Damit stellt sich der Krankenkassenverband gegen Kantone, Spitäler und Ärzte.

Das Sparpotential bei den kassenpflichtigen Analysen betrage 250 Millionen Franken, teilte am Donnerstag Santésuisse in einem Communiqué mit. Der Krankenkassenverband argumentiert mit einem Preisvergleich mit Deutschland und Österreich, wo die Tarife rund 70 Prozent günstiger seien.

Die aktuelle Analyseliste stamme aus den 1980er Jahren. Seither hätten auch Labors ihre Produktivität gesteigert. «Trotzdem bezahlen wir heute für eine automatische Analyse denselben Preis wie zu Zeiten der «Handarbeit», schrieb Santésuisse.

Eine Milliarde jährlich

Nach dem Vorschlag des Bundesamtes für Gesundheit soll auf den 1. Januar 2009 eine neue Analyseliste für die kassenpflichtigen Laborleistungen gelten. Damit sollen bei den Labortests jährlich 20 bis 25 Prozent eingespart werden.

Gemäss Santésuisse belasten Laborkosten die Grundversicherung mit rund einer Milliarde Franken. Der Verband zeigt sich überzeugt, dass die Tarifsenkung in der Schweiz zu einer Strukturbereinigung in der Laborbranche führe. Für Labors, die Patienten «einen nachweisbaren Nutzen stiften», befürwortet der Verband Sonderabgeltungen.

Viele Gegner der Revision

Der Verband Schweizer Spitäler H& hält von der vorgeschlagenen Änderungen bei der Vergütung von Laboranalysen nichts. Viele Spitallabors - besonders in Randregionen - müssten schliessen, hatte er im August mitgeteilt. Aber auch Spezialanalysen in grossen Spitälern wären gefährdet.

Patienten müssten in der Folge auf die Analysen eines externen Labors warten, was bedeute, «dass Diagnosen zeitlich verzögert gestellt werden, die Aufenthaltsdauer im Spital zunimmt und damit höhere Kosten entstehen». Mit anderen Worten: Die Kosten würden verlagert.

Ärzte: Versorgung gefährdet

Die Spitäler forderten damals, die Revision zu beerdigen und bei einem neuen Anlauf alle Seiten einzubeziehen. Gegen die neue Analyseliste wehren sich auch Kantone und Ärzte.

Die Ärzte fürchten ein Aus vieler Labors in Praxen, die Kantone sehen gar die medizinische Versorgung gefährdet. Sie fordern eine moderatere Revision. Dagegen stellen Bund und Krankenkassen sich auf den Standpunkt, dass die Margen für Laborleistungen überrissen seien.

SDA/cpm

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