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Kulturkampf in der Blocher-Falle

Es gibt kein Rezept, um Linke, Liberale, Intellektuelle und Publizisten vor Polarisierungsfallen und Blockaden zu verschonen.

Wir erleben derzeit einen regelrechten Kulturkampf der Historiker. Eröffnet wurde er zu Beginn des Jahres mit einer Fernsehdebatte unter dem Signet der «NZZ-Standpunkte» mit einem Geschichtsprofessor und zwei Publizisten. Die Herren diskutierten über die Bedeutung der Schlachten von Morgarten (1315), von Marignano (1515) und des Wiener Kongresses (1815). Unter sich waren sie sich einig; doch sie führten eine Auseinandersetzung mit einem Abwesenden. Kein einziges Mal fiel zwar sein Name, aber der Zuschauer spürte: Der unsichtbare Geist von Christoph Blocher schwebte über und in den Köpfen. Man führte einen Kampf gegen die nationalkonservative, «vaterländische» Geschichtsdeutung. Sie war von Christoph Blocher lange vor dem Jubiläumsjahr vorgegeben worden.

Selbstverständlich sind die Schlachten- und Heldengeschichten der nationalkonservativen Geschichtsschreibung nicht historische Wahrheit, sondern instrumentalisierte Mythen, wie sie schon im 19. Jahrhundert zur Festigung des Bundesstaates in den Köpfen verankert worden sind. Die Historiker Thomas Maissen und André Holenstein bemühen sich zu Recht, aber mit unsicherem Erfolg, damit aufzuräumen.

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